Verpackungen aus Papier, Recyclingmaterial und weiteren Rohstoffen

Für den Versand und die Lagerung stehen Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien zur Verfügung. Welche Lösung sich eignet, hängt vom Packgut, den Transportbedingungen und den Anforderungen an die Verpackung ab. Bei der Auswahl können Angaben zu Materialzusammensetzung, Recyclingmaterialanteil, Mehrfachverwendung und Zertifizierungen helfen. Entscheidend ist, dass sich diese Angaben auf das jeweilige Produkt beziehen und nachvollziehbar sind.

Zum Sortiment von RAJA gehören beispielsweise ein- bis dreiwellige Kartons, Papier-Versandbeutel und Papier-Packbänder. Ob ein Produkt Recyclingmaterial enthält, mehrfach verwendet werden kann oder ein Zertifikat trägt, ist anhand der jeweiligen Produktangaben zu prüfen.

Welche Eigenschaften sind bei der Verpackungsauswahl relevant?

Die Bezeichnungen „umweltfreundliche Verpackungen“ und „nachhaltige Verpackungen“ allein sagen wenig über ein konkretes Produkt aus. Aussagekräftiger sind überprüfbare Eigenschaften und die Bedingungen, unter denen sie gelten. Folgende Kriterien helfen bei der Auswahl:

  • Recyclingmaterial: Bei Produkten mit Recyclingmaterial ist wichtig, welcher Bestandteil aus welchem Material besteht und wie hoch der angegebene Anteil ist.
  • Rohstoffe: Papier, Kunststoff und weitere Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften. Bei Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen sollte erkennbar sein, welcher Rohstoff tatsächlich eingesetzt wird.
  • Materialeinsatz: Abmessungen, Wandstärken und Ausführungen sollten auf Größe, Gewicht und Schutzbedarf des Packguts abgestimmt sein. Weniger Material ist nicht automatisch die bessere Lösung, wenn dadurch die Schutzfunktion beeinträchtigt wird.
  • Wiederverwendung: Ob sich eine Verpackung mehrfach verwenden lässt, hängt von ihrer Konstruktion, ihrem Zustand und dem jeweiligen Einsatz ab.

Zur Einordnung verschiedener Verpackungseigenschaften erläutern die fünf Verpackungsgrundsätze unter anderem die Themen Recyclingmaterial, Materialeinsatz und Wiederverwendung. Sie ersetzen keine produktspezifischen Nachweise.

Verpackungen für die mehrfache Verwendung

Bei regelmäßig wiederkehrenden Versand- und Transportprozessen kann geprüft werden, ob Mehrwegverpackungen organisatorisch und technisch geeignet sind. Voraussetzung sind geeignete Rückführungsprozesse und Verpackungen, die die erforderlichen Transportzyklen überstehen.

  • Tragetaschen: Ob Papiertragetaschen erneut eingesetzt werden können, hängt von Belastung und Zustand ab.
  • Transportverpackungen: Bei Go-and-Return-Kartonverpackungen und Paletten sind Konstruktion, Belastbarkeit und Abläufe für die erneute Verwendung zu berücksichtigen.

Für unterschiedliche Anwendungen kommen außerdem Papier- oder Kunststoffverpackungen infrage. Auch bei Geschenkverpackungen sollte die Auswahl nach konkreten Material- und Gebrauchseigenschaften erfolgen und nicht allein nach allgemeinen Umweltbezeichnungen.

Verpackungsmaterialien im Vergleich

Die folgende Übersicht beschreibt typische Auswahlkriterien. Sie ist keine Rangfolge der Umweltwirkung und keine Aussage über alle Produkte einer Materialgruppe.

Verpackungsart Worauf bei der Auswahl achten? Was ist am Produkt zu prüfen?
Kartons aus Wellpappe Wellenausführung, Maße, Belastbarkeit Gegebenenfalls Art und Anteil des eingesetzten Recyclingpapiers
Versandbeutel aus Papier Verschluss, Reißfestigkeit, Feuchtigkeitsschutz Materialzusammensetzung und gegebenenfalls Zertifikate
Verpackungen aus Kunststoff Schutzfunktion, Materialstärke, Anwendung Kunststoffart und gegebenenfalls Art und Anteil des Rezyklats
Mehrweg-Transportverpackungen Belastbarkeit, Reinigung, Rückführung Vorgesehene Nutzung und technische Eignung

Verpackungen bedarfsgerecht auswählen

Geeignete Abmessungen und auf das Packgut abgestimmte Verpackungseigenschaften können unnötigen Materialeinsatz vermeiden. Ob sich daraus tatsächlich geringere Kosten oder Umweltwirkungen ergeben, hängt vom konkreten Anwendungsfall ab und erfordert für entsprechende Vergleichsaussagen eine belastbare Grundlage.

  • Packgut schützen: Die Verpackung muss zu Gewicht, Abmessungen und Empfindlichkeit des Inhalts passen.
  • Verpackungsmenge planen: Standardisierte Größen und geeignete Füllmaterialien erleichtern die Zusammenstellung eines passenden Versandsystems. Eine pauschale Abfall- oder CO₂-Einsparung lässt sich daraus nicht ableiten.
  • Erneute Nutzung prüfen: Unter geeigneten Bedingungen können Kartons erneut eingesetzt werden, sofern ihre Schutzfunktion erhalten bleibt.

Woran lassen sich produktspezifische Angaben erkennen?

Zertifizierungen und Kennzeichnungen haben unterschiedliche Bedeutungen. Ob sie eine Aussage zur Herkunft eines Rohstoffs, zur Erfüllung bestimmter Kriterien oder zu einer anderen Eigenschaft treffen, hängt vom jeweiligen System ab. Aus einem einzelnen Zeichen lässt sich keine allgemeine Umweltüberlegenheit einer Verpackung ableiten.

Informationen zur Einordnung von FSC®, PEFC, dem Blauen Engel und dem EU Ecolabel finden Sie unter Kennzeichnungen und Umweltlabels. Ob ein bestimmtes Produkt zertifiziert ist, muss jeweils anhand gültiger Produktunterlagen und der Bedingungen des Zertifizierungssystems überprüft werden.

Weitere Grundlagen erläutert unser Beitrag zu Umweltzeichen auf Verpackungen.

Papierverpackungen, Recyclingmaterial und weitere Ausführungen bei RAJA

Je nach Einsatzzweck können unterschiedliche Produktarten infrage kommen. Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Auswahl nach Ausführung und Material, ohne damit eine pauschale Aussage zur Umweltwirkung zu verbinden:

  • Verschließen: Nassklebeband wird mit Wasser aktiviert. Entscheidend sind die Anforderungen an Kartonverschluss, Verarbeitung und Haftung.
  • Versenden: Graspapier-Kartons enthalten Grasfasern in der Papierzusammensetzung. Der genaue Anteil ist den aktuellen produktspezifischen Angaben zu entnehmen.
  • Auswählen: Materialeigenschaften und Verwendungszweck sollten auf den tatsächlichen Verpackungsbedarf abgestimmt werden. Pauschale Bewertungen eines Materials ersetzen diesen Vergleich nicht.

FAQ: Fragen zu Verpackungsmaterialien und Umweltaussagen

Wann darf eine Verpackung als umweltfreundlich bezeichnet werden?

„Umweltfreundlich“ ist eine weitreichende allgemeine Umweltaussage. Für ihre Verwendung in der Werbung gelten strenge rechtliche Anforderungen. Ohne eine anerkannte hervorragende Umweltleistung, die zu der konkreten Aussage passt, darf der Begriff nicht pauschal als Produktvorteil verwendet werden. Angaben zu Material, Rezyklatanteil oder Zertifizierung müssen ebenfalls zutreffend und belegbar sein.

Was ist mit nachhaltigen Verpackungen gemeint?

„Nachhaltig“ beschreibt für sich genommen keine messbare Produkteigenschaft und kann neben ökologischen auch soziale Aspekte betreffen. Für den Vergleich von Verpackungen sind konkrete Angaben zu Materialien, Herstellungs- und Gebrauchseigenschaften aussagekräftiger als ein allgemeines Nachhaltigkeitsversprechen.

Wie können Unternehmen die passende Verpackung auswählen?

Ausgangspunkt ist der konkrete Versand- und Lagerbedarf. Anschließend lassen sich Material, Größe, Schutzfunktion und gegebenenfalls eine mehrfache Verwendung vergleichen.

  • Bestandsanalyse: Welche Verpackungsgrößen und -materialien werden eingesetzt und welche Schutzanforderungen bestehen?
  • Produktangaben prüfen: Sind Angaben zum Recyclingmaterialanteil, zur Materialzusammensetzung oder zu Zertifizierungen für den konkreten Artikel dokumentiert?
  • Prozesse berücksichtigen: Können Verpackungen in bestehenden Versand-, Rückführungs- und Entsorgungsabläufen sinnvoll eingesetzt werden?

Sind Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen automatisch umweltfreundlich?

Nein. Die Herkunft eines Rohstoffs allein belegt keine insgesamt geringere Umweltwirkung. Relevant sind unter anderem die genaue Materialzusammensetzung und der konkrete Anwendungsfall. Auch die Bezeichnung „biobasiert“ ist ohne eine ausreichende Konkretisierung keine belastbare Aussage über die Gesamtumweltwirkung eines Produkts.

Was bedeuten Angaben zu Recyclingmaterial und Kompostierbarkeit?

Bei Recyclingmaterial ist maßgeblich, welcher Bestandteil welchen Anteil an Rezyklat enthält. Eine Aussage zur Kompostierbarkeit setzt voraus, dass der betroffene Produktbestandteil, die maßgeblichen Bedingungen und die geeignete Prüfgrundlage nachgewiesen sind. Industrielle Kompostierung und Heimkompostierung sind nicht gleichzusetzen.

Für welche Anwendungen gibt es unterschiedliche Verpackungsarten?

Material und Ausführung richten sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich:

  • E-Commerce und Versandhandel: Kartons, Versandbeutel und Papierklebebänder für unterschiedliche Packgüter.
  • Lebensmittel: Geeignete Verpackungen entsprechend den Anforderungen an den Lebensmittelkontakt und die jeweilige Verwendung.
  • Einzelhandel: Tragetaschen und Tragetaschen zur mehrfachen Verwendung, soweit die konkrete Ausführung dafür vorgesehen ist.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Blogbeitrag über Umweltzeichen auf Verpackungen.