Druckerpapier im Büro, der Coffee-to-go-Becher, die Verpackung der Onlinebestellung oder die Tapete – und nicht zu vergessen das zu kurioser Berühmtheit gelangte Klopapier… Papier gibt es in den unterschiedlichsten Varianten und es wird nahezu in jedem Bereich eingesetzt. Und das unheimlich verschwenderisch! Rein rechnerisch verbraucht jeder Deutsche im Jahr über 190 Kilogramm Papier oder Kartons. Das entspricht einem Gesamtverbrauch von 15,8 Millionen Tonnen (in 2024). Damit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen sogar höher als der in China, USA oder Japan. Immerhin: Auch beim Papier-Recycling sind wir richtig weit vorn: 2024 produzierte die deutsche Papierindustrie rund 19,2 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton – und setzte dabei ca. 16,1 Millionen Tonnen Altpapier ein. Das entspricht einer Altpapiereinsatzquote von 84%.
Begriffserklärung: Altpapiereinsatzquote, Altpapierrücklaufquote und Altpapierverwertungsquote
Die Altpapiereinsatzquote beschreibt den Anteil an eingesetztem Altpapier an der Gesamtpapierproduktion. 2024 wurde in Deutschland insgesamt 19,2 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton (Papier, Pappe und Karton – was ist was?) produziert. Dabei wurden 16,1 Millionen Tonnen Altpapier eingesetzt. Das entspricht also einer Altpapiereinsatzquote von 84% [(Menge eingesetztes Altpapier / Menge produziertes Papier gesamt) x 100]. Das bedeutet aber nicht, dass jedes einzelne Papiererzeugnis zu 84% aus Recyclingpapier besteht. Der Altpapieranteil variiert abhängig von der Papiersorte: Verpackungspapiere und Zeitungspapier bestehen zu einem sehr hohen Prozentteil aus Recyclingfasern, Büro-, Hygiene- oder Spezialpapiere eher weniger.
Die Altpapierrücklaufquote beschreibt, wie viel des verbrauchten Papiers wieder „eingesammelt“ wird. Hier wird also das erfasste Altpapier ins Verhältnis zum rechnerischen Papierverbrauch gesetzt. In 2024 bedeutet das für Deutschland: Rund 18,8 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton wurden verbraucht – und im gleichen Zeitraum etwa 12,4 Millionen Tonnen Altpapier eingesammelt. Daraus ergibt sich eine Altpapierrücklaufquote von 78,2% [(gesammeltes Altpapier / Papierverbrauch) x 100]. Und der Rest? Ist nicht automatisch im Restmüll, sondern wird eventuell noch genutzt, gelagert, archiviert…
Und was ist jetzt die Altpapierverwertungsquote? Sie setzt den Altpapierverbrauch der deutschen Papierindustrie ins Verhältnis zum rechnerischen Papiererbrauch in Deutschland. Dabei kommen Quoten von teilweise über 100% zustande. Denn: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 16,1 Millionen Tonnen Altpapier verarbeitet, aber im Land „nur“ 15,8 Millionen Tonnen verbraucht. Das entspricht einer Altpapierverwertungsquote von 101,3% [(Altpapierverbrauch der Industrie / Papierverbrauch in Deutschland) x 100]. Der Wert entsteht, weil Zähler und Nenner unterschiedliche Bezugsgrößen haben:
- Im Zähler steht das gesamte Altpapier, das deutsche Papierfabriken verarbeiten (also inklusive der Papiermenge, die anschließend exportiert wird)
- Im Nenner steht der rechnerische Papierverbrauch innerhalb Deutschlands (hier können unter Umständen auch importierte Altpapiermengen inkludiert sein)
Papierrecycling und PPWR: Was Unternehmen beachten sollten
Mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR steigen die Anforderungen an die Gestaltung und Nutzung von Verpackungen. Die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026 und betrifft auch Versand-, Transport- und andere gewerblich eingesetzte Verpackungen.
Für Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton wird damit noch wichtiger, dass sie mit möglichst wenig Material auskommen und nach Gebrauch gut gesammelt, sortiert und recycelt werden können. Beschichtungen, Verbundmaterialien, Klebstoffe oder schwer trennbare Bestandteile können die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen. Unternehmen sollten deshalb prüfen, ob Verpackungsgrößen zum Produkt passen, unnötiger Leerraum vermieden wird und verwendete Materialien möglichst einfach voneinander getrennt werden können.
Die konkreten Vorgaben der PPWR treten teilweise erst zu späteren Zeitpunkten in Kraft. Unternehmen sollten ihre eingesetzten Verpackungen dennoch frühzeitig erfassen und bewerten. Ausführliche Informationen zu Fristen, Pflichten und betroffenen Verpackungsarten finden Sie in unserem Beitrag zur PPWR.
Welche Papier-, Papp- und Kartonabfälle können recycelt werden?
Immerhin rund 32 Prozent aller in Deutschland 2020 verbrauchten Papiere entfallen auf Druck- und Pressepapiere. Darunter versteht man alle Papiere, die für Zeitungen, Zeitschriften oder als Schreib- und Kopierpapier verwendet werden. Den größten Anteil machen mit 48 Prozent jedoch Verpackungspapiere aus. Es gilt, nicht mehr an Ressourcen zu verbrauchen, als nachwachsen oder zukünftig zur Verfügung stehen. Eine Idee, die Faltkartons und Kartonagen aufgreifen. Denn Pappe und Karton bestehen aus Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden und zu 100 Prozent recycelbar sind. Vorausgesetzt natürlich, die Kartonagen werden richtig entsorgt.
In die Papiertonne bzw. das entsprechende Sammelsystem gehören:
- Zeitungen/Zeitschriften
- Verpackungen aus Papier, Pappe und Kartons (Lebensmittelkartons nur im sauberen, entleerten Zustand)
- Papiere, Kartons und Pappen aus Büros und Verwaltungen
- Schulmaterial aus Papier
- Broschüren/Bücher
- Unbeschichtetes Geschenkpapier
- Eierkartons
- Geschenkkartons
Welche Papierarten gehören nicht ins Altpapier?
Nicht in die Papiertonne gehören stark verschmutzte Papiere, Kartons oder Pappe sowie sämtliche beschichteten Papiere, wie:
- Getränkekartons
- Tapeten
- Wachs-, Paraffin, Bitumen- und Ölpapiere
- Selbstdurchschreibepapiere
- Thermopapiere (Kassenbons, Parktickets…)
- Nassfest imprägnierte oder geleimte Papiere und Pappen
- mit Kunststofflacken oder -folien hergestellte Lackpapiere
- Papiere mit Kleber der sich nicht durch Wasser lösen lässt (Haftnotizen, Adressetiketten, Selbstklebeverschluss bei Kuverts)
Wie lassen sich Pappe und Kartons richtig recyceln?
Hier sind Verbraucher wie Händler und Industrie gleichermaßen gefragt! RAJA hat allein in Deutschland mehr als 1.250 unterschiedliche Kartons, Schachteln und Container auf Lager, die darauf warten, befüllt und versendet zu werden. 2020 kauften unsere Kunden 32 Millionen Kartons. Betrachtet man die Firmenhistorie, wird schnell klar – RAJA setzt seit jeher auf Wiederverwertung. Denn was viele nicht wissen: RAJA begann 1954 mit dem Wiederverkauf von gebrauchten Kartons. Das Sortiment entwickelte sich erst nach und nach hin zu Europas Nummer 1 im Verpacken. Im Einklang mit unseren 5 Verpackungsgrundsätzen Reduzieren, Wiederverwenden, Ersetzen, Nachwachsen und Recyclen umfasst das Sortiment eine Vielzahl an Recycling-Produkten und umweltfreundlichen Verpackungen. Denn das Papier-Recycling der Kartonage hat gleich mehrere Vorteile:
- Durch das Recycling wird Müll vermieden.
- Es müssen keine Bäume gefällt werden.
- In der Herstellung wird Wasser und Energie eingespart.
Wie entsorgen Unternehmen größere Mengen Kartonagen?
In Lager und Versand fallen Kartonagen meist regelmäßig und in größeren Mengen an. Deshalb sollten Unternehmen klare Abläufe für Wiederverwendung, Sammlung und Entsorgung festlegen. Eine normale Papiertonne reicht bei größeren Mengen meist nicht aus. Entscheidend ist ein geregelter Prozess, der wiederverwendbare Kartons erhält, verwertbare Materialien sauber trennt und das Volumen für Lagerung und Abholung reduziert. Kleine Mengen an sauberem Papier und Karton können abhängig von der örtlichen Abfallsatzung teilweise über kommunale Sammelsysteme entsorgt werden. Ob und in welchem Umfang dies für einen Betrieb zulässig ist, bestimmt der zuständige öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger. Die gewerbliche Nutzung einer kommunalen Papiertonne darf daher nicht vorausgesetzt werden.
Das sind die nötigen Schritte in der Praxis:
Kartons sind zunächst vollständig zu entleeren. Folien, Umreifungsbänder, Kunststofffenster, loses Füllmaterial und andere Fremdstoffe sollten getrennt werden. Kleine Mengen Klebeband oder Etiketten können häufig am Karton verbleiben; größere Kunststoffbestandteile sollten entfernt werden. Nasse, stark verschmutzte oder mit Produktresten belastete Kartons gehören nicht in die Altpapiersammlung.
Gut erhaltene Kartons können erneut für Lagerung oder Versand genutzt werden. Beschädigte, aber saubere Kartonagen lassen sich mit einem Kartonschredder zu Füll- oder Polstermaterial verarbeiten. Nicht mehr nutzbare Kartons sollten flachgelegt und trocken gesammelt werden.
Welches Sammelsystem sinnvoll ist, hängt von Menge, Platzbedarf und Abholrhythmus ab:
- Bei kleinen Mengen reichen gekennzeichnete Behälter und manuelles Flachlegen.
- Bei regelmäßig größeren Mengen können Container, Behälter oder Gitterboxen und ein fest vereinbarter Abholrhythmus sinnvoll sein
- Presscontainer kommen vor allem bei sehr großen, kontinuierlich anfallenden Mengen infrage.
- Bei regelmäßigem Bedarf an Versandpolstern lohnt sich unter Umständen ein Kartonshredder
- In einer separaten Zone können gut erhaltene Kartons gelagert (trocken und sauber!) und intern wiederverwendet werden
Eine feste Mengengrenze gibt es nicht. Unternehmen sollten Kartonvolumen, Lagerfläche, Arbeitsaufwand und Entsorgungskosten über einen bestimmten Zeitraum erfassen und darauf basierend das passende System auswählen.
Auch die Verpackungsauswahl beeinflusst den späteren Entsorgungsaufwand. Passende Kartongrößen, wenig Leerraum, bedarfsgerechtes Füllmaterial und gut trennbare Materialien reduzieren Materialverbrauch und erleichtern das Recycling. Dabei darf der Produktschutz nicht beeinträchtigt werden.
Für die betriebliche Praxis empfiehlt sich ein einfacher Ablauf:
- Wiederverwendbare Kartons separat sammeln.
- Fremdstoffe und Verunreinigungen entfernen.
- Kartons trocken lagern und flachlegen.
- Zuständigkeiten für Sammlung und Abholung festlegen.
- Verpackungsverbrauch und Kartonmengen regelmäßig prüfen.
Ist Papier biologisch abbaubar? Kann Papier auf den Kompost?
Biologisch abbaubar ist ein Produkt dann, wenn es sich auf natürliche Weise zersetzt und der Zersetzungsprozess nicht schädlich für die Umwelt ist. Bei Lebensmittelabfällen, die kompostiert werden, ist das der Fall. Aber auch Karton ist ein biologisch abbaubares Material, allerdings kann der Prozess etwas länger dauern. Das Zerkleinern und Befeuchten des Kartons beschleunigt den biologischen Abbauprozess.
Sinnvoll ist das aber nicht in jedem Fall. Durch das Kompostieren von Papier geht das Altpapier als Ressource für Recyclingpapier verloren. Als Folge davon werden zur Produktion neuer Faltkartons vermehrt neue Bäume gefällt. Kartons entsorgen sie also lieber nicht im Biomüll.
Wie funktioniert das Recycling von Papier?
Beim Papier-Recycling, wird Altpapier zu neuem Papier aufbereitet: Das Altpapier wird je nach Region in blauen Tonnen, in Containern oder vom örtlichen Verein eingesammelt. Wie auch beim Recycling von Kunststoff kommt es auf die Trennung des Rohstoffes nach Papierart an. Im Sortierhof werden die unterschiedlichen Papierarten erstmal sortiert: Fremdkörper wie Kunststoffe werden entfernt und dunkle Papiersorten werden von hellen getrennt. Denn aus dem braunen Versandkarton wird kein weißes Druckerpapier. Dunkle Papierarten werden wieder zur Produktion von dunklen Produkten verwendet.
Anschließend beginnt der Papier-Recylingprozess: Das Papier wird zerkleinert und die Druckfarbe mit dem sogenannten Deinking-Verfahren entfernt. Das bedeutet, das Papier wird in Wasser, Peroxid und Natronlauge gegeben und in seine Bestandteile zerlegt. Die Natronlauge sorgt dafür, dass die Papierfasern besser aufquellen, die Seife spült die Druckfarben quasi aus. Es entstehen Schaumblasen, die die Farbe aufnehmen und anschließend abgesaugt werden.
Der Recyclingprozess
Danach beginnt die eigentliche Papierproduktion: der Faserbrei wird gepresst und getrocknet, um den Feuchtigkeitsanteil zu entfernen. Je nach Anforderungen an das Papier wird es noch zusätzlich gebleicht oder bemalt.
Papierrecycling ist aber nicht unbegrenzt möglich. Nicht alles Altpapier kann recycelt werden. Irgendwann werden die Holzfasern zu kurz und es können keine beständigen Papiere mehr hergestellt werden. In der Regel ist ein Recycling bis zu sechs Mal möglich.
Das Wissenschaftsmagazin Galileo hat einen Recyclinghof besucht und den Recyclingprozess begleitet:
Was ist der Unterschied zwischen Papier aus Frischfasern und Recycling-Papier?
Das recycelte Material, das sogenannte Recyclat, kann gerade im Bereich der umweltfreundlichen Verpackung hervorragend wiederverwendet werden. Nun weist Papier aus Frischfasern in einigen Punkten andere Eigenschaften als Papier aus (zumindest teilweise) Recyclat auf.
Wann eignet sich Kraftpapier und wann Recyclingpapier?
Laut Papieratlas wird mit einem Blatt Recyclingpapier die Energie zum Erwärmen einer Tasse Kaffee eingespart und schon bei 1.000 Blatt Recyclingpapier die Wassermenge einer gefüllten Badewanne. Der Blaue Engel ist ein Umweltzeichen, das langlebige und umweltfreundliche Produkte auszeichnet, unter anderem auch Recyclingpapiere. Dort hat man einen klaren ökologischen Vorteil errechnet: Durch Recyclingpapier werden im Vergleich zu herkömmlichen Papieren 70 Prozent Wasser, 60 Prozent Energie und 100 Prozent Holz eingespart. Und trotzdem ist Recyclingpapier ebenso langlebig wie Frischfaserpapier und dazu meist günstiger im Einkauf.
Auch wenn in vielen Köpfen die Erinnerung an die ersten Recyclingpapiere verankert ist, weist das Papier die gleiche Qualität wie Frischfaserpapier auf. Und wenn es denn weißer sein soll, kann auf unterschiedliche Papierarten zurückgegriffen werden, mit 60er, 70er, 80er oder 100er Weiße. Wenngleich das Papier nur so weiß wie nötig sein sollte, denn eine höhere Weiße geht mit einer aufwändigeren Aufbereitung und höheren Faserverlusten einher.
Zusammengefasst heißt das:
- Recyclingpapier reduziert den Müll, denn Altpapier ist ein Rohstoff, der weiterverarbeitet wird.
- Recyclingpapier schont die Umwelt, kein Baum wird dafür gefällt und Transportwege durch den Import von Holz werden eingespart.
- Recyclingpapier schont Ressourcen durch Wasser- und Energieeinsparung.
Wie können Unternehmen den Papierverbrauch reduzieren?
Von der Papierkunst aus vergangenen Tagen ist wenig übriggeblieben – Papier ist zum Wegwerfprodukt verkommen. Umso wichtiger ist es, möglichst viel recyceltes Papier einzusetzen und Ressourcen zu schonen.Recyclingpapier bringt was Haptik und Optik angeht, die gleiche Qualität mit wie solches aus Frischfasern. Bei Tests mit Hochglanzdrucken wurden bei einer Umfrage des Marktforschungsinstigut TNS Emnid die Papiere als gleichwertig empfunden. Beim Einkaufen sollte man also darauf achten, zu Produkten aus recyceltem Papier mit dem Umweltzeichen Blauer Engel zu greifen.
Oder noch besser: wenn kein Papier verwendet wird, wird es eingespart!
Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen und insbesondere solche aus recyceltem bzw. recycelbaren Materialien sind ein wichtiger Schritt. Aber auch Papier als Versand- und Verpackungsmaterial sollte bewusst eingesetzt werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland, nicht zuletzt wegen steigender Zahl an Online-Bestellungen, mit 241,7 kg noch vor dem der USA (210,8 kg). Dabei werden die Verbraucher zunehmend sensibel, was das Verpackungsmaterial angeht. Mitunter empfinden Kunden unangemessene Verpackungsgrößen und, damit zusammenhängend, unnötig viel Polstermaterial als so störend, dass sie Grund genug sind, den Anbieter zu wechseln. Dabei zeigt sich auch, dass Papier generell eine höhere Akzeptanz hat als Plastik. In einer Studie (Kantar Emnid) waren recycelbare Verpackungen für 93% der Befragten ein wichtiger Faktor für die Kaufentscheidung. Ideal: Verpackungen, die nur aus einem Material bestehen und demnach unkompliziert dem Recycling zugeführt werden können. Eine zunehmende Zahl an Verbrauchern könnte sich vorstellen, auch im Online-Handel für wiederverwertbare Versandverpackungen Pfand zu bezahlen, ähnlich dem Flaschenpfand-System.
Welche Anforderungen sollte umweltgerechtes Verpackungsmaterial erfüllen?
Dem entgegen ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Trusted Shops , dass sich zwar 60% der Deutschen mehr ökologisches und soziales Bewusstsein beim Einkaufen im Webshop wünschen. Aber nur jeder Fünfte wäre auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. Bis sich diese Zahlen annähern, können aber auch Handel und Hersteller Einfluss nehmen – beispielsweise mit dem Einsatz von einstofflichen, recycelten und recycelbaren Versandverpackungen. Und Papier als Verpackungsmaterial ist ein Evergreen. Mit Papier lässt sich füllen, polstern, dämmen, einwickeln, schützen… und es lässt sich nach Gebrauch recyclen. Zum Beispiel als Polster in Papierversandtaschen wie die gepolsterte Versandtasche Jiffy green.
Das deckt sich auch mit den Empfehlungen des Umweltbundesamtes:
- Einsatz von Versandverpackungen mit hohem Recyclinganteil
- Vermeidung von Frischfaserpapier
- Vermeidung von gebleichtem Papier
- Vermeidung von Verbundmaterialien
- Vermeiden von Materialien, die besorgniserregende Chemikalien enthalten
- Wahl gut rezyklierbarer Verpackungsmaterialien
- Recycling des Verpackungsmaterials
Quelle: umweltbundesamt.de
Wie lässt sich aus gebrauchten Kartons neues Polstermaterial herstellen?
Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte: Ein Kartonschredder zerkleinert gebrauchte Kartons zu Polster- oder Füllmaterial. Damit können geeignete Kartonagen im eigenen Versand erneut genutzt werden. Das Verfahren ist vor allem dann sinnvoll, wenn gleichzeitig regelmäßig Füllmaterial benötigt wird. Sie erstellen also selber umweltfreundliches Füllmaterial und Polstermaterial.
Nicht jeder Karton ist dafür geeignet. Feuchte, verschmutzte, stark beschichtete oder mit Produktresten belastete Kartonagen sollten nicht zu Verpackungspolstern verarbeitet werden. Ebenso muss geprüft werden, ob das erzeugte Material für Gewicht, Empfindlichkeit und Transportweg des Versandguts ausreichend schützt.
Häufige Fragen zum Papier-Recycling
Was gehört ins Altpapier?
In die Altpapiersammlung gehören saubere und trockene Erzeugnisse aus Papier, Pappe und Karton. Dazu zählen Zeitungen, Zeitschriften, Schreibpapier, Bücher, Versandkartons, Papiertüten und unbeschichtetes Geschenkpapier. Große Kartons sollten flachgelegt oder zerkleinert werden, damit sie weniger Platz beanspruchen.
Was darf nicht in die Papiertonne?
Stark verschmutzte oder durchnässte Papiere gehören nicht ins Altpapier. Das gilt auch für Thermopapier, Fotos, Tapeten, Getränkekartons sowie beschichtete oder nassfeste Spezialpapiere. Getränkekartons bestehen aus mehreren Materialien und werden über die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgt.
Dürfen Kartons mit Klebeband ins Altpapier?
Kleine Mengen Klebeband und einzelne Versandetiketten können meist am Karton verbleiben, da Fremdstoffe während der Aufbereitung teilweise entfernt werden. Größere Folien, Dokumententaschen, Umreifungsbänder und umfangreiche Klebebandreste sollten jedoch abgetrennt werden. Je weniger Fremdstoffe enthalten sind, desto besser lässt sich das Altpapier verwerten.
Müssen Versandetiketten vor dem Recycling entfernt werden?
Kleine Papieretiketten müssen üblicherweise nicht vollständig entfernt werden. Große Kunststoffetiketten, Folientaschen und nicht papierbasierte Bestandteile sollten dagegen getrennt entsorgt werden. Alte Barcodes, Adressen und andere personenbezogene Angaben sind vor einer Wiederverwendung des Kartons zu entfernen oder unkenntlich zu machen.
Können verschmutzte Kartons recycelt werden?
Leicht verschmutzte, vollständig entleerte Kartons können abhängig von Art und Umfang der Verschmutzung verwertbar sein. Stark mit Lebensmitteln, Fett, Öl, Chemikalien oder anderen Stoffen belastete Kartons gehören nicht in die Altpapiersammlung. Verschmutzungen und ungeeignete Klebstoffe können die Qualität des Recyclingmaterials beeinträchtigen.
Ist Papier biologisch abbaubar?
Unbehandeltes Papier und unbeschichteter Karton können biologisch abgebaut werden. Die Entsorgung über Kompost oder Biomüll ist dennoch meist nicht sinnvoll, da die Papierfasern dadurch dem Recyclingkreislauf entzogen werden. Saubere Papier- und Kartonprodukte sollten deshalb vorrangig über die Altpapiersammlung entsorgt werden.
Wie oft kann Papier recycelt werden?
Papierfasern können mehrfach verwendet werden, verlieren bei jeder Aufbereitung jedoch an Länge und Festigkeit. Eine feste Zahl gilt nicht für alle Papierarten und Recyclingverfahren. Da Fasern während der Verarbeitung aussortiert werden oder verloren gehen, müssen dem Papierkreislauf weiterhin geeignete Frischfasern zugeführt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Recyclingpapier und Frischfaserpapier?
Recyclingpapier wird ganz oder teilweise aus aufbereitetem Altpapier hergestellt. Frischfaserpapier basiert überwiegend auf neu gewonnenen Zellstofffasern. Recyclingpapier benötigt keine neuen Holzfasern für den jeweiligen Produktionsdurchlauf und schont dadurch Rohstoffe. Produkte mit dem Blauen Engel bestehen aus 100 Prozent Altpapier und erfüllen zusätzliche Anforderungen an Inhaltsstoffe und Gebrauchstauglichkeit.
Ist Recyclingpapier für Verpackungen geeignet?
Recyclingpapier und Recyclingkarton eignen sich für viele Versand-, Schutz- und Füllanwendungen. Welche Materialqualität erforderlich ist, hängt von Gewicht, Empfindlichkeit, Lagerbedingungen und Transportweg des Produkts ab. Bei hohen Anforderungen an Reißfestigkeit, Feuchtigkeitsschutz oder Oberflächenqualität können zusätzliche Frischfasern oder funktionale Materialschichten erforderlich sein.
Wie sollten Unternehmen große Mengen Karton entsorgen?
Unternehmen sollten wiederverwendbare Kartons zunächst separat sammeln. Nicht mehr nutzbare Kartonagen werden vollständig entleert, von größeren Fremdstoffen befreit, flachgelegt und trocken gelagert. Abhängig von Menge, Platzbedarf und Abholrhythmus kommen Sammelbehälter, Container, Ballenpressen oder Presscontainer infrage. Die Annahmebedingungen sollten mit dem zuständigen Entsorger abgestimmt werden.
Wann lohnt sich ein Kartonschredder?
Ein Kartonschredder kann sinnvoll sein, wenn regelmäßig gebrauchte Kartonagen und gleichzeitig ein kontinuierlicher Bedarf an Füll- oder Polstermaterial bestehen. Verarbeitet werden sollten nur saubere, trockene und geeignete Kartons. Das erzeugte Polstermaterial muss zum Gewicht, zur Empfindlichkeit und zum Transportweg des Versandguts passen.
Wie lassen sich Versandverpackungen recyclinggerechter gestalten?
Recyclinggerechte Versandverpackungen bestehen möglichst aus wenigen, gut trennbaren Materialien. Passende Kartongrößen, ein geringer Leerraumanteil und bedarfsgerecht eingesetztes Füllmaterial reduzieren den Materialverbrauch. Mehrlagige Kartons und zusätzliche Polster sollten nur verwendet werden, wenn sie für einen ausreichenden Produktschutz erforderlich sind.
Was bedeutet die PPWR für Verpackungen aus Papier und Karton?
Die EU-Verpackungsverordnung PPWR betrifft auch Versand-, Transport- und gewerblich eingesetzte Verpackungen. Sie erhöht schrittweise die Anforderungen an Verpackungsminimierung, Recyclingfähigkeit und Dokumentation. Unternehmen sollten deshalb ihre eingesetzten Verpackungen erfassen und prüfen, ob Materialmenge, Verpackungsgröße und Materialkombinationen erforderlich und recyclinggerecht sind.


Sehr schöner Beitrag, ich hoffe das sich das viele zu Herzen nehmen.
Dankeschön 🙂 Das hoffen wir auch!