Papierformate nach DIN

DIN Papierformate

9 min lesen 03 Februar 2026

DIN-Papierformate sind weit mehr als reine Maßangaben – sie sind ein strategischer Standard für effiziente Arbeits- und Produktionsprozesse. Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt im Skalierungsprinzip der DIN-A-Reihe, das medienbruchfreie Verkleinerung und Vergrößerung ohne Formatverluste ermöglicht. Wie sind die DIN-Formate entstanden, wie kann man sie berechnen und warum haben sie eine solch große Bedeutung für unseren (Arbeits-) Alltag?

Die Entstehung der DIN-Papierformate

Wieso drucken wir eigentlich alle Briefe im Papierformat DIN A4 Papier? Und wie kann es sein, dass die meisten Kartenspiele und Tageszeitungen das gleiche Format haben? Im Umgang mit Papierformaten gibt es klare Regeln. Denn bekanntlich lieben wir Deutschen Normen. Das Deutsche Institut für Normung, kurz DIN, beispielsweise ist weltweit die größte Einrichtung dieser Art. Eine der ältesten und wohl auch bekanntesten Normen des Institutes ist die DIN-Norm für Papierformate. Jedes neue Schulkind kommt bereits mit der DIN 476 Norm in Berührung wenn es heißt: Hefte in DIN A4 oder Heft DIN A5?

Wie entstand die DIN Norm für Papier?

Die DIN 476 gibt es bereits seit dem 18. August 1922. Der deutsche Mathematiker Dr. Walter Porstmann arbeitete zu diesem Zeitpunkt in Berlin bei dem „Normenausschuß der deutschen Industrie“ (heute: Deutsches Institut für Normung e.V.). Täglich hatte er bei seiner Arbeit mit zahlreichen Akten, Dokumenten und Papieren zu tun, alle in verschiedenen Formaten und Formen die nicht zusammenpassten und das Ordnen erheblich erschwerten. Als ordnungsliebender Bürokrat war das ein echtes Ärgernis für Porstmann, zugleich hatte er aber bereits die Umwelt im Blick:

„Der Gewinn, der sich aus der Vereinheitlichung der Papierformate für die Allgemeinheit ergibt, ist besonders deswegen hoch anzuschlagen, weil er eine Schonung unserer kostbarsten Güter, der Wälder, bedeutet“, argumentiert Porstmann. Sein metrisches Modell brachte Ordnung ins System: Ausgangspunkt ist das Format A0 mit einer Grundfläche von einem Quadratmeter. Das Seitenverhältnis ist aber nicht 1:1 wie bei einem Quadrat, sondern 1:1,41. Bei A0 sind das also 840 auf 1.189 Millimeter. Diese Proportionen gelten für alle DIN-Formate. Deshalb kann man A0 so oft halbieren wie man möchte: ob einmal auf DIN A1, zweimal auf DIN A2 oder eben viermal auf die allseits bekannten 210 mal 297 Millimeter von DIN A4.

Wofür steht die Abkürzung DIN?

DIN steht als allgemeine Abkürzung für das Deutsche Institut für Normierung und bezeichnet bei Papierformaten Standardgrößen, die in Deutschland seit 1922 festgelegt werden.

DIN Formate sind die weltweit gängigste Angabe zur Größe eines Papierbogens. Sie wurden später von fast allen Ländern als Standard adaptiert (Ausnahmen bilden z.B. die nordamerikanischen Staaten). Im Alltag gängige Formate sind z.B. DIN A2 (420 x 594 mm für Plakate), DIN A4 (210 x 297 mm für Briefe) oder DIN A6 (105 x 148 mm für Flyer). Im Bereich der Büroartikel wird Kopierpapier meist im Format A4 oder für größere Ausdrucke DIN A3 benötigt. Mehr über die DIN Papierformate und deren Hintergrund: Normen erklärt – DIN, EN, ISO und Co.

Das Skalierungsprinzip der DIN-A-Formate

Bei seiner Vereinheitlichung ging Porstmann von einem rechteckigen Blatt von einem Quadratmeter Größe aus, dem Format DIN A0. Das Verhältnis der beiden Seiten zueinander beträgt 1: ?2 (ungefähr 1:1,41). Mit Hilfe dieser Formel bleibt das Verhältnis der Seitenlängen immer gleich. Somit können alle kleineren Formate durch die Halbierung des Grundformates entstehen. Faltet man also DIN A0 einmal, entsteht DIN A1, zweimal gefaltet ergibt sich DIN A2, dreimal DIN A3, viermal DIN A4 usw. (siehe Grafik). Dieses sehr einfache Prinzip der Papiernorm verbreitete sich innerhalb von 14 Jahren in ganz Deutschland. 1975 wurde aus der DIN 476 die internationale Norm ISO 216, die sich schließlich weltweit durchgesetzt hat. Lediglich die USA und Kanada nutzen andere Formate.

Die Skalierbarkeit der Papierformate ist der entscheidende Mehrwert dieses Systems, weil es direkte Auswirkungen auf Effizienz, Kostenkontrolle und Prozesssicherheit hat.

DIN Formate berechnen

 

Die DIN- Papierformate nach DIN 476/ISO 216

Was bedeutet DIN A, DIN B, DIN C? Nach der DIN 476 gibt es vier Reihen, die mit A bis D bezeichnet und von 0 bis 10 durchnummeriert werden. Die Papierformate der DIN A-Reihe begegnen und beeinflussen uns sehr häufig im Alltag in Form von Briefen und Heften (DIN A4), Flyern, Postkarten und Toilettenpapier (DIN A6), Filmplakaten (A1) usw.. Die DIN A-Formate bilden daher auch den Ausgangspunkt für die Berechnung der anderen Papierformatreihen. Die DIN D-Reihe ist die kleinste der Reihen und findet nur wenig Verwendung, ein Beispiel der Verwendung ist die DIN D5, die für DVD Hüllen genutzt wird.

Was ist DIN B?

DIN B-Formate werden in erster Linie für Prospekthüllen und Mappen, Umschläge, Spielkarten und Etiketten (DIN B8), Reisepässe (DIN B7) und Bücher (DIN B5 und B6) genutzt. DIN B wird auch Bogenformat genannt, da sie mit wenigen Ausnahmen die Druckbogenformate für Drucksachen aus der DIN A-Reihe darstellen. Die DIN B-Formate sind größer als die DIN A-Formate und zwar um ca. 1,19 m². Für die Breitenberechnung der DIN B Reihe wird die Wurzel aus dem gleichgroßen DIN A-Format, für die Längenberechnung jedoch die Wurzel aus dem nächstgrößeren DIN A-Format gezogen. DIN B4 wäre somit: Breite = A4 x Länge = A3.

Was ist DIN C?

Die Papierformate der DIN C-Reihe werden am Häufigsten für Umschläge (Briefumschläge und Versandtaschen) verwendet. Ausgangspunkt für die Berechnung von DIN C ist wieder die A-Reihe: Für die Breite wird die Wurzel aus der Summe des gleichgroßen A-Formates gezogen und für die Längenberechnung wird die Wurzel der Summe des nächstgrößeren DIN B-Formates gezogen. DIN C4 wäre damit: Breite = A4 x Länge = B3

Welches Blatt passt in welchen Umschlag?

Damit nicht jedes Papierformat passend zum Umschlag einzeln ausgerechnet werden muss, haben wir zur Vereinfachung in folgender Tabelle alle Formate der DIN A-C-Reihen mit Beispielen aus dem Alltag zusammengefasst:

Die DIN- Papierformate Übersicht

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DIN A Maße B x H in mm Anwendungsbereich DIN B Maße B x H in mm Anwendung DIN C Maße B x H in mm Anwendung
A0 841 x 1189 Druckbögen, technische Zeichnungen, Wandplakate B0 1000 x 1414 C0 917 x 1297
A1 595 x 841 Druckbögen, technische Zeichnungen, Plakate, Landkarten, Werbematerialien B1 707 x 1000 C1 648 x 917
A2 420 x 594 Schreibtischunterlagen, Wandkalender, Wandkalender, Flip-Chart-Blätter, Fotodruck B2 500 x 707 C2 458 x 648
A3 297 x 420 Zeitungen, Notenblätter, Plakate, Fotografien, Organigramme B3 353 x 500 C3 324 x 458
A4 210 x 297 Formulare, Briefpapier, Broschüre, Hefte, (Kinder-) Bücher B4 250 x 353 Zeitungen, Umschläge C4 229 x 324 Versandtaschen, Umschläge
A5 148 x 210 Flyer, Notitzblöcke, Buchdruck, Zeitschriften B5 176 x 250 Bücher C5 162 x 229 Umschläge
A6 105 x 148 Postkarten, Glückwunschkarten, Taschenbücher, Taschenkalender B6 125 x 176 Bücher C6 114 x 162 Umschläge
A7 74 x 105 Taschenkalender, kleine Infobroschuren (zB Fahrplan, Kursplan, Veranstaltungskalender) B7 88 x 125 Reisepass C7 81 x 114
A8 52 x 74 Spielkarten, Bankkarten, Visitenkarten, Aufkleber, Etiketten B8 62 x 88 Etiketten C8 57 x 81
A9 37 x 52 Passfotos B9 44 x 62 C9 40 x 57
A10 26 x 37 Sonderbriefmarken B10 31 x 44 C10 28 x 40

Papierformat – In aller Kürze:

Wie errechne ich die DIN-A-Formate?

Das DIN-A-System basiert auf einem klaren mathematischen Prinzip, das auf DIN 476 (heute: ISO 216) zurückgeht. Ausgangspunkt ist dabei das Format DIN A0, das exakt 1 m² groß ist – mit einem Seitenverhältnis von 1 : √2 (also ca. 1 : 1,414). Dieses Seitenverhältnis ist entscheidend, um die Papierformate umrechnen zu können.

Wie rechnet man zum Beispiel A4 in A5 um?

Entscheidend ist das Seitenverhältnis von 1 : √2, dank dem sich jedes beliebige A-Format in andere A-Formate umrechnen lässt. Konkret: Halbiert man ein A4-Blatt zum Beispiel einmal quer, entstehen zwei kleinere Blätter mit demselben Seitenverhältnis. Und zwar: A5 + A5 = A4. Diese Skalierbarkeit gilt für die gesamte A-Reihe.

Das bedeutet:
A0 → A1 → A2 → A3 → A4 → A5 …
Jede Halbierung liefert ein neues Format, das sich in der Praxis perfekt falten, drucken oder kopieren lässt, ohne dass Inhalte verzerrt oder gestaucht wirken. Halbiert man eine A3 Seite quer, entstehen 2 DIN A4 Blätter; halbiert man eine A4 Seite quer, entstehen 2 DIN A4 Blätter; halbiert man eine A5 Seite quer, erhält man 2 A6 Seiten und so weiter und so weiter…

Passt A4 in C4?

Ja. Das Umschlag-Format C4 ist die clevere Antwort auf A4. Genormt, standardisiert – und: exakt 229 × 324 mm groß. Ein A4-Papier (210 x 297 mm) passt also ungefaltet in einen C4-Umschlag (229 x 324 mm). Wenn Sie das A4-Papier einmal quer falten, passt es, dank der Skalierbarkeit der DIN-Formate, in einen C5-Umschlag. Zweimal gefaltet passt das A4-Papier in einen Umschlag mit dem Format DL (DIN Lang) mit den Maßen 110 x 220 mm), das gängigste Umschlagformat für Geschäftsbriefe.

Wie viele A4-Papiere passen in einen C4-Umschlag?

Die Kapazität eines C4-Umschlages hängt von Grammatur, Umschlagtyp und Verarbeitungsqualität ab. Ohne Seitenfalte, die dem Umschlag zusätzliches Volumen gibt, fasst ein gängiger C4-Versandumschlag zirka 10 bis 30 Blatt Papier – abhängig vom Papiergewicht und der Dicke des Umschlages. Mit Seitenfalte passen deutlich mehr Blätter in den Umschlag, bis zu 40 mm Füllhöhe sind hier, abhängig vom Umschlag, möglich. Das entspricht bis zu 300 Blatt Papier.

Was ist das Format US Letter und wie rechne ich es in DIN-Formate um?

Im internationalen Kontext stoßen zwei Standards aufeinander: DIN A und US Letter. Während die DIN-A-Formate auf dem Skalierungsprinzip mit festen Seitenverhältnissen basieren und damit prozess- und kosteneffizient sind, basiert das in den USA, Kanada, Teilen Lateinamerikas und den Philippinen genutzte US Letter Format auf einem historisch gewachsenen Maß ohne mathematische Logik. Für Unternehmen mit internationalen Workflows ist dieser Unterschied operativ relevant, da er direkte Auswirkungen auf Druckprozesse, Layouts und Kompatibilität hat. Eine Umrechnung von US Letter auf DIN Format ist also im eigentlichen Sinne nicht möglich.

Annäherungsweise lässt sich sagen: DIN A4 ist deutlich höher, während US Letter etwas breiter ist:

  • Das Format US Letter misst 8,5 × 11 inch  bzw. 216 × 279 mm
  • DIN A4 misst 210 × 297 mm

 

 

Passt. Wie schön, dass es Dinge gibt, die nicht unnötig kompliziert sind 🤭 Entstanden ist das Format übrigens in den 1920ern mit dem DIN 476 Standard. Damals von deutschen Ingenieuren erarbeitet, ist es heute global Standard in der Geschäftspost.

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