Was macht gutes Papier aus? Papierqualitäten werden hauptsächlich nach dem Weißegrad – oder eben der sogenannten Weißheit- bemessen. Je weißer das Papier, desto wertiger wirkt es. Daneben entscheiden Opazität, Grammatur und Papierstärke über die Papierqualität. Wir erklären die Faktoren, die die Papierqualität messbar machen.
Welche Faktoren bestimmen die Papierqualität?
Wie definiert sich „hochwertiges Papier“? Gute Papierqualität kann man fühlen: Hochwertiges Papier hat nämlich oft eine besondere Haptik. „Gutes Papier“ fühlt sich glatt und gleichmäßig an und ist frei von Unebenheiten oder groben Partikeln. Es weißt eine höhere Dichte auf, ist griffig, blickdicht und „schwer“. Papier von hoher Papierqualität behält seine Form auch, wenn es mit Tinte oder Wasser in Berührung kommt und ist gleichzeitig flexibel und biegsam… Hochwertiges Papier lädt tatsächlich zum Berühren und Darüberstreichen ein und ist irgendwie eine Verheißung: „Was hier zu lesen oder sehen ist, hat Gewicht!“
Soweit die Emotionen. Doch gute Papierqualität lässt sich auch messen. Sie hängt ab von einem Zusammenspiel aus diesen Größen:
- Weißegrad
- Grammatur
- Oberflächenbeschaffenheit
- Opazität
- Festigkeit
- Alterungsbeständigkeit und
- Feuchtigkeitsabsorbation
Was ist der Weißegrad eines Papiers?
Papierformate können wir einfach vergleichen. Als wie „weiß“ ein Papierbogen empfunden wird, hängt aber davon ab, wie stark das Licht vom Papier reflektiert wird. Eine relativ subjektive Sache also, und abhängig von Licht- und Augenverhältnissen. Das menschliche Auge nimmt geringe Abweichungen kaum wahr. Dennoch ist der Weißegrad ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung der Qualität von Papier. Ein Papier mit höherem Weißegrad- erscheint heller, weißer und dadurch auch wertiger und professioneller – und wird daher besonders gerne für offizielle, geschäftliche Dokumente verwendet
- trägt zu einer besseren Druckqualität mit klareren und lebendigeren Darstellungen von Text, Bildern und Grafiken bei
- erleichtert das Lesen besonders bei kleinen Schriftgrößen oder schlechten Lichtverhältnissen und schont damit die Augen
Wie wird der Weißegrad gemessen?
Objektiv vergleichbar und messbar ist der Weißegrad nach verschiedenen Methoden. Die gängigsten Methoden:
- Die sogenannte ISO-Brightness (ISO-Helligkeit): Sie basiert auf dem Grad der Lichtreflexion von der Papieroberfläche unter standardisierten Bedingungen. Die Messung erfolgt in Prozent, wobei höhere Werte auf eine höhere Helligkeit hinweisen. Der ISO Wert ist definiert in der ISO 11475:2004. Die ISO-Skala wird vorwiegend für recycelte Papierarten verwendet und bewegt sich zwischen Werten von 50-70 ISO (wird auch Presseweiß genannt) und 110 ISO. Je höher der Wert, desto weißer das Papier.
- Die CIE-Whiteness (CIE-Weißgrad): Diese Methode berücksichtigt nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbnuancen des Papiers. Sie basiert auf den CIE (Commission Internationale de l’Eclairage) Farbraumkoordinaten und liefert ein umfassenderes Bild des Weißegrads und der Farbqualität des Papiers. Die Abkürzung CIE steht für Commission Internationale de l’Éclairage (frz.: die „Internationale Beleuchtungskommission“), welche sich umfassend mit Farben beschäftigt und auf dem Gebiet der Standardisierung zum Beispiel mit bekannten Institutionen wie der ISO (International Organization for Standardization, dt.: Internationale Organisation für Normung) zusammenarbeitet.
In welcher Einheit wird der Weißegrad angegeben?
Nach der Messung wird der Weißegrad in bestimmte Kategorien eingeteilt, die die Helligkeit oder Weißheit des Papiers beschreiben. Typischerweise werden diese Kategorien in Prozent oder Punkten angegeben. Beispielsweise kann hochweißes Papier einen ISO-Weißegrad von über 100 % oder einen CIE-Weißgrad von über 160 Punkten aufweisen, während cremefarbenes Papier niedrigere Werte aufweist.
Je höher der Messwert, also der Weißegrad ist, desto „weißer“ ist das Weiß. Bei Papieren für das Büro liegt er bei ca. 160. Ein hoher Weißegrad sorgt dafür, dass das Papier hochwertig wirkt und Farbdrucke leuchtende und ausdrucksstarke Farben aufweisen. Der Höchstwert auf der CIE-Skala liegt bei 171. Unterschieden werden die Papierklassen RECYCLED, UNIVERSAL, BUSINESS und PREMIUM, siehe Grafik.
Die Papierqualität hängt, subjektiv wie auch objektiv, aber neben des Weißegrades noch von einigen anderen Faktoren ab. Eine große Rolle spielen auch Grammatur und Papierstärke.
Was bedeutet Grammatur?
Die Grammatur ist ein Indiz für die Qualität eines Papiers und beschreibt das Flächengewicht, also das Gewicht des Materials im Verhältnis zur Fläche. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Papierstärke. Sie wird in Gramm pro Quadratmeter (g/m², g/qm oder gqm) angegeben. Die Standard Kopierpapiere haben in der Regel eine Grammatur von 80 g/m². Man spricht in diesem Fall auch von 80g (Gramm) Papier. Ein zu geringes Flächengewicht führt dazu, dass das Papier leichter knickt oder reißt und nicht für doppelseitigen Druck geeignet ist, weil der Druck zu stark durchscheinen würde. Die Papierstärke bestimmt auch das Papiergewicht und kann somit die Kosten für den Versand beeinflussen. Um Porto zu sparen werden Briefe deshalb oft auf Papier mit geringerer Grammatur gedruckt. Parallel zu den Begriffen Grammatur und Papierstärke wird auch der Begriff Papierqualität verwendet.Die Auswahl der richtigen Grammatur hängt von der spezifischen Anwendung ab. Für Druckmaterialien wie Flyer, Broschüren und Visitenkarten wird oft ein Papier mit einer höheren Grammatur bevorzugt, da es stabiler ist und eine hochwertigere Haptik bietet. Für Alltagsdokumente wie Kopierpapier oder Briefpapier kann eine mittlere Grammatur ausreichend sein, um eine angemessene Haltbarkeit und Qualität zu gewährleisten, ohne die Kosten zu erhöhen. Leichtere Papiere mit niedrigerer Grammatur werden oft für Verpackungen, Einwickelpapier oder Mailing-Anwendungen verwendet, wo Flexibilität und Kosten eine größere Rolle spielen.
Was versteht man unter Papierstärke?
Die Papierstärke bezieht sich auf die Dicke des Papiers, die oft in Mikrometern (µm) oder Tausendstel Zoll gemessen wird. Sie ist eng mit der Grammatur verbunden, aber nicht identisch. Eine höhere Grammatur führt in der Regel zu einer größeren Papierstärke, aber die genaue Dicke kann auch von anderen Faktoren wie der Zusammensetzung des Papiers, der Oberflächenbeschaffenheit und der Herstellungsprozesse abhängen.
Die Papierstärke ist ein wichtiger Faktor für die Handhabbarkeit und Druckqualität des Papiers. Dickere Papiere bieten oft eine bessere Haptik und Stabilität, was sie für Anwendungen wie Karten, Einladungen oder Verpackungen geeignet macht. Dünneres Papier kann jedoch für große Druckaufträge wirtschaftlicher sein und ist oft ausreichend für Alltagsanwendungen wie Kopien oder Notizen.
Insgesamt sind Grammatur und Papierstärke wichtige Kriterien bei der Auswahl des geeigneten Papiers für eine bestimmte Anwendung. Eine sorgfältige Abwägung dieser Faktoren in Kombination mit anderen Eigenschaften wie Weißegrad, Oberflächenbeschaffenheit und Festigkeit kann dazu beitragen, die Anforderungen der jeweiligen Druck- oder Verwendungsanwendungen optimal zu erfüllen.
Was ist Opazität?
Die Opazität eines Druckerpapiers spielt vor allem für den Duplexdruck (den beidseitigen / doppelseitigen Druck) eine Rolle. Opazität ist das Gegenteil von Transparenz und beschreibt die Undurchsichtigkeit eines Materials. Die Opazität wird auf einer Skala von 0 % (komplett durchsichtig) bis 100 % (komplett undurchsichtig) angegeben. Eine Opazität von mindestens 80% ist erforderlich, damit ein Papier beidseitig bedruckt werden kann. Ist die Opazität des Papiers zu gering, scheint der Druck auf der Rückseite durch und der Inhalt wird unleserlich.
So wird die Opazität gemessen:
Streulichtdurchlässigkeit: Mithilfe eines speziellen Messgeräts, eines Opazimeters, wird gemessen, wie viel eines auf das Papier gerichteten Lichtstrahls durch das Papier hindurchtritt. Ein höherer Wert der gemessenen Streulichtdurchlässigkeit entspricht einer niedrigeren Opazität des Papiers.
Streulichtreflexion: Bei dieser Methode wird gemessen, wie viel Prozent des auf das Papier gerichteten Lichteinfalls reflektiert wird. Da opakes Papier weniger Licht reflektiert als transparentes Papier, wird der Grad der Reflexion als Maß für die Opazität verwendet. Ein niedrigerer Wert der gemessenen Streulichtreflexion entspricht einer höheren Opazität des Papiers.
Die gemessene Opazität wird oft als Prozentsatz ausgedrückt, wobei 100 % eine vollständige Undurchlässigkeit für Licht und 0 % eine vollständige Durchlässigkeit darstellen. Hochwertige Papiere weisen typischerweise eine höhere Opazität auf, um eine bessere und klarere Druckqualität zu gewährleisten, insbesondere bei beidseitig bedruckten Dokumenten, bei denen das Durchscheinen von Druck auf der Rückseite vermieden werden soll.
Die Opazität ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des geeigneten Papiers für bestimmte Anwendungen, und die Messung ermöglicht es, die Leistung und Qualität verschiedener Papiere objektiv zu vergleichen.
Zusammenhang Grammatur, Opazität und Papiergewicht
Natürlich bedingen sich die Begriffe gegenseitig. Papierbögen mit einer hohen Grammatur sind automatisch weniger durchsichtig und weisen damit auch eine höhere Opazität auf. Welches Papier ist nun das Beste? Das hängt sehr vom Einsatzzweck ab. Allgemein gilt Papier mit einem hohen Weißgrad und einer hohen Grammatur als „wertiger“. Bewerbungen, Präsentationen und Broschüren machen sich besser auf stärkerem Papier. Für den Versand jedoch spielt auch das Gewicht eine Rolle, und auch Umweltaspekte bestimmen, welches Papier Einsatz findet. Da Papier mit einem geringen Weißegrad meist einen hohen Recyclinganteil aufweist, ist es für sämtliche Zwecke perfekt, bei denen es rein um den Inhalt und weniger um den „Auftritt“ geht.
Nebenstehend die Formel für die Berechnung von Papiergewicht für den Versand – noch einfacher geht’s mit den Papiergewicht Rechnern im Web.
Welches Papier eignet sich wofür?
Hier finden Sie eine ausführliche Infografik zum Thema: Blog – Infographies_Papierformate
| Grammatur | Papier geeignet für |
|---|---|
| 80 – 100 g/m² | Standard Büropapier für einfache Ausdrucke, Fotokopien, Korrespondenz |
| 110 – 120 g/m² | Hochwertiges Papier für offizielle geschäftliche Dokumente wie Briefpapier oder Broschüren |
| 130 – 170 g/m² | Starkes Papier für Flyer, Poster und Innenseiten von Broschüren |
| 170 – 200 g/m² | Karton, geeignet für Außenseiten von Broschüren oder Magazinen, hochwertige Poster und doppelseitig bedruckte Flyer |
| 200 – 250 g/m² | Stärkerer Karton für stabile Außenseiten von Broschüren und Magazinen sowie Postkarten |
| 300 – 400 g/m² | Ideale Papierstärke für Visitenkarten und Außenseiten von Broschüren, aufgrund der Stärke jedoch schwerer zu verarbeiten |
Was ist Universalpapier?
Als Universal Papier (auch Multifunktions-Papier) wird Papier bezeichnet, dass für alle alltäglichen Anwendungen und alle gängigen Bürogeräte verwendet werden kann. Die Oberfläche ist so beschaffen, dass sowohl die Tinte eines Inkjet-Druckers als auch der Toner eines Laserdruckers gut haftet und schnell trocknet. Ebenfalls ist Universal-Papier geeignet zum Kopieren und Faxen. Im Gegensatz dazu ist ein Spezialpapier nur für einen bestimmten Zweck ausgelegt. Ein Fotopapier hat z.B. eine glänzende Beschichtung und ist für geschäftliche Korrespondenz daher nicht geeignet.
Weiterlesen zum Thema: Was steckt hinter den DIN Papierformaten – und wie hängen die DIN Formate DIN A4 und DIN A5 zusammen?
Papierqualitäten – in aller Kürze
Was bedeutet Papierqualität?
Papierqualität beschreibt, wie gut ein Papier in Bezug auf Optik, Haptik, Stabilität, Lauf- und Druckverhalten sowie Haltbarkeit zu seinem Einsatzzweck passt.
Welche Faktoren bestimmen die Qualität von Papier?
Entscheidend sind Faserrohstoff und Verarbeitung, Grammatur und Dicke, Weiße/Helligkeit, Opazität, Glätte bzw. Oberflächenfinish, Saugfähigkeit und Volumen.
Was ist der Unterschied zwischen hochwertigem und einfachem Papier?
Hochwertiges Papier wirkt gleichmäßiger, stabiler und angenehmer in der Haptik, zeigt bessere Weiße/Opazität und liefert sauberere Druckbilder; einfaches Papier ist meist dünner, rauer und drucktechnisch weniger präzise.
Woran erkennt man gutes Druckerpapier?
Gute Druckpapiere bieten hohe Weiße, ausreichende Opazität, gleichmäßige Oberfläche, definierte Saugfähigkeit und gute Planlage für störungsfreies Drucken.
Welche Papierarten gibt es (z. B. Offsetpapier, Kunstdruckpapier, Recyclingpapier)?
Häufige Arten sind Offsetpapier (Standard für Büro/Prospekte), Kunstdruckpapier gestrichen (für brillante Bilder), Natur-/Werkdruckpapier ungestrichen, Recyclingpapier und Spezialpapiere wie Karton oder Feinstpapier.
Was ist der Unterschied zwischen gestrichenem und ungestrichenem Papier?
Gestrichenes Papier hat eine beschichtete, glatte Oberfläche für scharfe, farbintensive Drucke; ungestrichenes Papier ist poröser, natürlicher, besser beschreibbar und druckt etwas matter.
Was bedeutet „matt“, „glänzend“ oder „satiniert“ bei Papier?
Das beschreibt den Glanzgrad der Oberfläche: matt ohne Spiegelung, glänzend mit starkem Glanz, satiniert als Zwischenstufe mit dezentem Seidenglanz.
Was ist Feinstpapier oder Premiumpapier?
Feinstpapier ist besonders hochwertiges, meist holzfreies Papier mit sehr gleichmäßiger Oberfläche, hoher Weiße und exzellenter Haptik für repräsentative Drucksachen.
Was sagt die Grammatur (z. B. 80 g/m², 120 g/m²) über die Papierqualität aus?
Die Grammatur zeigt das Flächengewicht und damit u. a. Stabilität und Wertigkeit; höhere Grammatur heißt aber nicht automatisch „besser“, sondern „passender“ für bestimmte Anwendungen.
Welche Papierstärke ist hochwertig?
Hochwertig wirkt eine Stärke, die zum Zweck passt: z. B. 90–120 g/m² für edles Briefpapier, 170–250 g/m² für Flyer/Folder, 300–400 g/m² für Visitenkarten.
Wie wähle ich die richtige Papiergrammatur für Drucksachen aus (z. B. Briefpapier, Flyer, Visitenkarten)?
Briefpapier meist 80–100 g/m² (schreib- und lauffähig), Flyer 135–170 g/m² (guter Griff, noch faltbar), Visitenkarten 300–400 g/m² (hoch stabil und wertig).
Welche Rolle spielt die Oberflächenbeschaffenheit für die Papierqualität?
Sie steuert Optik und Funktion: glatte/gestrichene Oberflächen liefern maximale Farbbrillanz, raue/ungestrichene wirken natürlicher und sind besser beschreibbar.
Wie wirkt sich die Papierstruktur auf das Druckergebnis aus?
Stärker strukturierte oder raue Papiere streuen Licht und nehmen mehr Farbe auf; das Druckbild wirkt weicher und weniger knackscharf als auf glatten Papieren.
Welche Papiere haben eine besonders angenehme Haptik?
Voluminöse Naturpapiere, Feinstpapiere und hochwertige Recyclingpapiere mit guter Glätte fühlen sich oft warm, griffig und „wertig“ an.
Wie erkenne ich gutes Papier ohne technische Hilfsmittel?
Achten Sie auf gleichmäßige Oberfläche, saubere Kanten, gute Steifigkeit, wenig Durchscheinen, angenehmen Griff und ein klares, nicht fleckiges Weiß.
Ist Recyclingpapier von geringerer Qualität?
Nicht grundsätzlich; moderne Recyclingpapiere erreichen häufig sehr gute Weiße, Stabilität und Druckqualität, sind aber je nach Sorte etwas weniger glatt.
Was bedeutet FSC- oder PEFC-zertifiziertes Papier?
Beide Siegel weisen nach, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt und die Lieferkette kontrolliert ist.
Wie umweltfreundlich ist hochwertiges Papier?
Hochwertiges Papier kann sehr umweltfreundlich sein, wenn es aus zertifizierten oder recycelten Fasern besteht, langlebig genutzt wird und gut recycelbar ist.



