Verpackungsgesetz und EU-Verpackungsverordnung

16 min lesen 01 April 2024
Das Verpackungsgesetz (VerpackG) ist am 01.Januar 2019 in Deutschland in Kraft getreten und wurde am 3.Juli 2021 (Verpackungsgesetz 2, VerpackG2)und am 16. Mai 2023 (Verpackungsgesetz 3, VerpackG3) novelliert. Seitdem gilt das Inverkehrbringen von Verkaufsverpackungen, die nicht gem√§√ü der Gesetzesvorgaben lizenziert sind, als ordnungswidrig. Auch die EU hat mit der EU-Verpackungsverordnung ein Gesetz √ľber Verpackungen und Verpackungsverordnungen verabschiedet. Welche Aufgaben ergeben sich f√ľr betroffene H√§ndler und Hersteller?¬† Und was ist das Verpackungsregister LUCID?

Warum gibt es ein Verpackungsgesetz?

Mit Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes ist gleichzeitig die bis Ende 2018 geltende deutsche Verpackungsverordnung (VerpackV) au√üer Kraft getreten. Gegen√ľber der VerpackV, die noch zahlreiche L√ľcken f√ľr Trittbrettfahrer zulie√ü, greift das Verpackungsgesetz konsequenter durch und schlie√üt bislang offene L√ľcken. Ziel ist es die Auswirkungen von Verpackungsabf√§llen auf die Umwelt zu reduzieren und einen fairen Wettbewerb zu garantieren. Im Vergleich zur Verpackungsverordnung wurden mit dem Verpackungsgesetz folgende Neuerungen eingef√ľhrt:

  • Schaffung der¬†Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR), die entscheidet welche Verpackungen systembeteiligungspflichtig sind und das Verpackungsregister LUCID f√ľhrt.
  • Registrierungspflicht bei der ZSVR
  • Datenmeldepflicht bei der ZSVR
  • Sukzessive Steigerung der Recyclingquoten

Das Verpackungsgesetz: Welche Ziele, welche Pflichten?

Konkret sind die Ziele:¬†Verpackungsabf√§lle vermeiden, das Umsteigen auf recycelbare,¬†√∂kologischere Materialien¬†und die¬†Erh√∂hung der Recyclingquote¬†generell. Also im Grunde nichts Neues. Das VerpackG verpflichtet u.a. die Hersteller, f√ľr den gesamten Lebenszyklus der Verpackungen die Verantwortung zu √ľbernehmen. F√ľr die √ľberw√§ltigende Mehrheit von Verpackungsherstellern, H√§ndlern und Verbrauchern ist die Vermeidung von Abf√§llen und das Recyclen der Verpackungen, die sich nicht vermeiden lassen, l√§ngst eine Selbstverst√§ndlichkeit. Neu ist aber, dass mit dem Verpackungsgesetz und der Einf√ľhrung einer ‚ÄěZentralen Stelle‚Äú, bei der s√§mtliche Registrierungen zusammenlaufen, Schlupfl√∂cher f√ľr sogenannte ‚ÄěSchwarze Schafe‚Äú geschlossen werden.

Das neue Verpackungsgesetz bewirkt daher vor allem auch eines: Gerechtigkeit!

Das Verpackungsgesetz reagiert nicht nur auf die mangelnde Kontrollm√∂glichkeit im Zuge der Verpackungsverordnung, sondern setzt sich zus√§tzlich eine wesentliche Erh√∂hung der Recyclingquoten f√ľr Verpackungsmaterialien zum Ziel.

Diese Quotensteigerung soll bis 2022 in zwei Stufen erfolgen und sieht u. a. f√ľr Glas eine 15-prozentige Steigerung auf 90 Prozent vor. F√ľr die werkstoffliche Verwertung von Kunststoffen liegt der Zielwert bei 63 Prozent (aktuell sind es 36 Prozent) und f√ľr Papier, Pappe und Karton sollen die Recyclingquoten von 70 auf 90 Prozent steigen.

Was fällt unter das Verpackungsgesetz?

Das Verpackungsgesetz schreibt die Verpackungslizenzierung f√ľr Hersteller und Erstinverkehrbringer von Verpackungen vor. Produzent:innen und H√§ndler:innen sind demnach dazu verpflichtet, ihre Transport-, Verkaufs- und Umverpackungen (Versand-, Produkt-, Serviceverpackungen)¬†kostenpflichtig¬†bei einem dualen System zu lizenzieren¬†(Systembeteiligung) und so ihrer erweiterten Herstellerverantwortung (Englisch: „Extended Producer Responsibility“, kurz „EPR“) nachzukommen.

Wer eine mit Ware bef√ľllte Verkaufs-, Um- oder Versandverpackung, erstmals in Deutschland in Verkehr bringt, die typischerweise bei privaten Endverbrauchern bzw. vergleichbaren Anfallstellen als Abfall, anf√§llt, muss auch die finanzielle Produktverantwortung f√ľr diese systembeteiligungspflichtigen Verpackungen √ľbernehmen und das Recycling seiner Verpackungen bezahlen.Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister

Hersteller können sein:

  • Hersteller von Produkten, die produzieren und das Produkt verpacken
  • Handelsunternehmen, wenn sie Eigenmarken vertreiben, deren Verpackung von einem Dritten in ihrem Auftrag bef√ľllt und diese nur mit dem Namen/der Marke des Unternehmens gekennzeichnet ist und an das Handelsunternehmen abgegeben wird
  • Importeure, wenn sie die Verantwortlichen f√ľr die Ware beim Grenz√ľbertritt sind
  • Versand- und Onlineh√§ndler, die eine Versandverpackung erstmals mit Ware bef√ľllen

Das Verpackungsgesetz betrifft sowohl Unternehmen mit Sitz in Deutschland als auch jene mit Sitz im Ausland, wenn sie Ware in Deutschland verkaufen.

Verpackungsgesetz Hersteller
Quelle: ZSV https://www.verpackungsregister.org/

Zus√§tzlich ist die¬†Registrierung und Datenmeldung bei der Beh√∂rde Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) verpflichtend. Sie m√ľssen alle drei Pflichten erf√ľllen, um rechtskonform aufgestellt zu sein:

Verpackungslizensierung
Lizenzvertrag mit einem dualen System abschließen. Eine Liste gängiger Anbieter gibt es bei wikipedia: Duales System
Registrierung LUCID
Registrieren Sie sich im Verpackungsregister LUCID der ZSVR (Stiftung Zentrale Stelle Verpackunsregister)
Datenmeldung
Melden Sie die lizensierten Mengen im Verpackungsregister LUCID.

(Eine √ľbersichtliche Zusammenfassung gibt es von lizenzero, einem der dualen Systeme f√ľr die Verpackungslizensierung)

Was macht die ZSVR?

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) ist das Kontrollorgan f√ľr die rechtm√§√üige Befolgung der VerpackG-Vorgaben. Hier laufen alle Informationen geb√ľndelt zusammen ‚Äď sowohl seitens der verpflichteten H√§ndler als auch seitens der dualen Systeme. Um diesen Informationsfluss zu gew√§hrleisten, fordert das Verpackungsgesetz die Erf√ľllung zweier Pflichten:

  1. Registrierungspflicht: Die Registrierung bei einer zentralen Stelle (Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister) muss bereits seit 2018 erfolgen. Der Registrierungsprozess erfolgt online unter www.verpackungsregister.org anhand
    • Vorl√§ufige Registrierungsnummer
    • Beteiligungsvertrag mit dualem System (neu oder aktualisieren)
    • Best√§tigung der Systemteilnahme
    • Erkl√§rung der Beteiligung online
    • Vergabe der endg√ľltigen Registrierungsnummer
  2. Datenmeldepflicht: Es werden regelm√§√üige Datenmeldungen sowie (wie bisher auch schon) ein Beteiligungsvertrag mit einem dualen System erforderlich. Der Beteiligungsvertrag (des Kunden) f√ľr das Duale System kann nur mit einem beh√∂rdlich festgestellten Unternehmen get√§tigt werden. Eine Liste dieser Unternehmen finden Sie zum Beispiel bei der IHK Stuttgart. Die Pflicht zur Beteiligung (‚ÄěLizenzierung‚Äú) der Verpackungsmengen per ‚ÄěLizenzentgelt‚Äú bei einem dualen System (z. B. bei Interseroh √ľber den Onlineshop f√ľr Verpackungslizenzierung ‚ÄěLizenzero ‚Äú) galt schon w√§hrend der Verpackungsverordnung. Die Erf√ľllung der Vorgabe kann nun jedoch mithilfe der Zentralen Stelle und ihrer Kontrollmechanismen deutlich besser nachpr√ľft werden. Achtung: Nichtbeachtung der Vorgaben k√∂nnen mit Verkaufsverboten sowie hohen Geldbu√üen von bis zu 200.000 EUR geahndet werden.

Sind die beiden Punkte ber√ľcksichtigt, sind die Kunden in der Lage Ihre Datenmeldungen abzugeben.

Welche Verpackungen fallen unter das Verpackungsgesetz?

Das Verpackungsgesetzt gilt in Deutschland f√ľr alle Verpackungen die mit Ware bef√ľllt und erstmals gewerbsm√§√üig in Verkehr gebracht oder importiert werden. Lizenzierungspflichtig sind die folgenden Materialien:

  • Verkaufsverpackungen wie Folie um eingeschwei√üte Produkte wie CD’s
  • Umverpackungen wie Getr√§nkegebinde
  • Serviceverpackungen, z.B. Einweggeschirr
  • Versandverpackungen¬† wie Kartons, Luftpolsterfolie und Umschl√§ge

Erstinverkehrbringer und H√§ndler von B2B-√§hnlichen Verpackungen m√ľssen √§hnliche Verpackungsabf√§lle kostenfrei zur√ľcknehmen und dem ordentlichen Recycling zuf√ľhren. Dies gilt auch f√ľr Mehrwegverpackungen. Endverbraucher m√ľssen dar√ľber informiert werden. Au√üerdem gelten Nachweispflichten.

ZSV Verpackungen im Verpackungsgesetz
Schaubild: Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister https://www.verpackungsregister.org/

Wann muss ich meine Verpackung lizensieren?

Hersteller,¬†H√§ndler¬†und¬†Importeure, die als Erstinverkehrbringer von systembeteiligungspflichtigen B2C-artigen Verpackungen in Deutschland auftreten, m√ľssen sich zur Sicherstellung der fl√§chendeckenden R√ľcknahme und Verwertung der entsprechenden Verpackungsabf√§lle einem (Dualen)¬†System¬†anschlie√üen und sich bei der¬†Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister¬†(ZSVR) registrieren. Die Registrierungspflicht gilt ab Juli 2022 f√ľr s√§mtliche Hersteller von mit Ware bef√ľllten Verpackungen. Hersteller ohne Niederlassung in Deutschland k√∂nnen hierzulande einen Bevollm√§chtigten beauftragen.

Erstinverkehrbringer¬†und¬†Folgevertreiber¬†(H√§ndler) von B2B-√§hnlichen Verpackungen m√ľssen √§hnliche Verpackungsabf√§lle kostenfrei zur√ľcknehmen und einer ordentlichen Verwertung zuf√ľhren. Dies gilt neuerdings auch f√ľr Mehrwegverpackungen. Endverbraucher m√ľssen dar√ľber informiert werden. Au√üerdem gelten Nachweispflichten.

Damit Sie stets den √úberblick √ľber Ihre bei uns gekauften Verpackungen haben, weist RAJA Ihnen auf allen ausgestellten Rechnungen die entsprechenden Gewichte und Materialien aus.

Eine kumulierte Auflistung dieser Informationen f√ľr die von Ihnen bei RAJA erworbenen Verpackungen schicken wir Ihnen gerne auf Wunsch jederzeit zu (per Fax, E-Mail oder per Post); nat√ľrlich auch eine komplette √úbersicht zum Jahresende.

Das Verpackungsgesetz ‚Äď kurz und anschaulich erkl√§rt im Video

Was m√ľssen¬†Onlineh√§ndler¬†beachten? Und was √§ndert sich f√ľr den¬†Handel? Interseroh veranschaulicht die wichtigsten Fakten zum Thema Verpackungsgesetz anhand von zwei einfachen Beispielen. D√ľrfen wir vorstellen: S√∂ren vom e-Commerce Start-up ‚ÄěVersendikus‚Äú und Wolfram, der Winzer aus der Pfalzūüôā

Hier geht‚Äôs zum¬†Verpackungsgesetz-Info-Onepagerūüôā
Weitere Informationen finden Sie unter: https://verpackungsgesetz-info.de/

Was besagt die Europäische Verpackungsverordnung?

Konkret zielt die EU-Verpackungsverordnung (kurz PPWR (Proposal on Packaging and Packaging Waste Regulation)) darauf ab, Verpackungen bis zum Jahr 2030 besser recycelbar und wiederverwendbar zu machen.

Durchschnittlich produziert jeder Europ√§er j√§hrlich¬†beinahe 180 kg an Verpackungsabf√§llen. Dabei stellen Verpackungen einen der gr√∂√üten Verbraucher von frischen (unrecycelten) Materialien dar:¬†Ganze 40% der Kunststoffe und 50% des Papiers werden in der EU f√ľr Verpackungen genutzt.¬†Ohne entsprechende Gegenma√ünahmen wird der Anteil an¬†Verpackungsm√ľll in der EU bis 2030 um weitere 19 % steigen, wobei Kunststoffverpackungen sogar um 46 % zunehmen werden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird aktiv nach nachhaltigen L√∂sungen f√ľr dieses Problem gesucht.

Des Weiteren gibt es EU-weit auf L√§nderebene sehr¬†unterschiedliche Herangehensweisen und Vorschriften f√ľr den Umgang, Reduzierung und Recycling von Verpackungen. Dabei sind einige L√§nder Vorreiter und andere Nachz√ľgler, was vor allem die Recyclingquote angeht. International agierende H√§ndler stehen zudem vor der Herausforderung, allen Regelungen in den L√§ndern zu entsprechen, in denen sie aktiv sind. Dies gilt auch f√ľr Online-H√§ndler, die ins Ausland versenden. Der neue EU-Vorschlag √ľber Verpackungsabf√§lle soll diese¬†EU-weiten Herangehensweisen¬†auf einem h√∂heren Standard harmonisieren und¬†vereinfachen.

Recycling europäische Verordnung

Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke der Kreislaufwirtschaft: Die Verpackungen von heute sollen auch als Verpackungen von morgen dienen können. Außerdem werden Maßnahmen zur Verringerung von Verpackungsabfällen und zur Verringerung der Komplexität von Verpackungsmaterialien erwogen. Zum Beispiel durch eine bessere Trennung von Plastik und Papier.

  • Das Hauptziel ist eine Reduzierung des Verpackungsm√ľlls um 15% pro Mitgliedsstaat und Kopf bis 2040 (im Vergleich zu 2018). W√ľrde an der jetzigen Entwicklung und Rechtsvorschriften nichts ver√§ndert werden, w√§re das Abfallaufkommen bei Verpackungen in der EU bis 2040 um ca. 37 % h√∂her.
  • Um die Wiederverwendung bzw. das Nachf√ľllen¬†von Verpackungen zu f√∂rdern, m√ľssen Unternehmen den Verbrauchern einen bestimmten Prozentsatz ihrer Produkte in wiederverwendbaren oder nachf√ľllbaren Verpackungen anbieten, z.¬†B. Take-Away Essen oder E-Commerce-Lieferungen. Ferner werden einige Verpackungsformate genormt und eine klare Kennzeichnung wiederverwendbarer Verpackungen¬†vorgeschrieben.
  • Unn√∂tige Verpackungen wie z. B. Einwegverpackungen f√ľr Lebensmittel und Getr√§nke, die in Restaurants und Caf√©s verzehrt werden, Einwegverpackungen f√ľr Obst und Gem√ľse, kleine T√ľten f√ľr Zucker oder Ketchup in Restaurants oder Miniatur-Shampooflaschen und andere Miniaturverpackungen in Hotels sollen verboten werden.
  • Verpackungen sollen bis 2030 uneingeschr√§nkt recyclingf√§hig werden. Um das zu erreichen, werden unter anderem Kriterien f√ľr die Gestaltung von Verpackungen vorgeschrieben und verbindliche Pfandsysteme f√ľr Kunststoffflaschen und Aluminiumdosen eingef√ľhrt. Zudem soll festgelegt werden, welche Verpackungsarten kompostierbar sein m√ľssen, damit Verbraucher sie in den Biom√ľll werfen k√∂nnen.
  • Dar√ľber hinaus wird es verbindlich vorgeschriebene Recyclinganteile geben, die die Hersteller in neue Kunststoffverpackungen aufnehmen m√ľssen. Das soll dazu beitragen, recycelten Kunststoff zu einem wertvollen Rohstoff¬†zu machen, wie das Beispiel der PET-Flaschen im Kontext der Richtlinie √ľber Einwegkunststoffartikel zeigt.

Wann tritt die Verordnung in Kraft?

Die EU- Umweltminister haben Ende 2023 das Gesetz zum Verpackungsm√ľll beschlossen nun m√ľssen nur noch Parlament und der Rat die Vereinbarung formell genehmigen, bevor sie in Kraft treten kann. Eine solche Verordnung ist eine gleichwertige und verbindliche Vorgabe f√ľr alle EU-Mitgliedstaaten, um einheitliche Regeln f√ľr den gesamten Markt zu schaffen. Sobald der PPWR in Kraft ist, wird er auch alle Einzelh√§ndler im E-Commerce Bereich betreffen.

Gl√ľcklicherweise schneidet der Verpackungsmarkt in Deutschland bereits recht gut ab. Viele Anforderungen aus der Gesetzgebung wurden in den letzten Jahren proaktiv in Angriff genommen. Ein weiterer Vorteil: Viele der zukunftssicheren, umweltfreundlichen Verpackungen finden Sie bereits im RAJA-Sortiment – denn als Pionier des √∂kologischen Wandels, stehen wir gerne in der ersten Reihe. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie RAJA Sie schon jetzt auf das Europ√§ische Verpackungsgesetz vorbereiten kann.

Welche Verpackungen entsprechen der europäischen Verpackungsverordnung?

Verpackungen oder Packungen, die nicht dem europ√§ischen Verpackungsgesetz entsprechen, d√ľrfen in Zukunft nicht mehr in Verkehr gebracht werden. F√ľr E-Commerce-Unternehmen bedeutet dies also einen zus√§tzlichen Punkt, den es zu beachten gilt. Sp√ľren Sie als Website-Betreiber pl√∂tzlich den hei√üen Atem im Nacken? Kein Grund zur Sorge! Im Folgenden stellen wir Ihnen einige RAJA-Verpackungen vor, mit denen Sie die meisten Anforderungen des PPWR bereits vorwegnehmen k√∂nnen.

1. Wählen Sie Verpackungen mit einem Circular-Design

PPWR-Anforderung: Das Kreislauf-Prinzip spielt eine gro√üe Rolle. Verpackungen, die sich leicht sortieren und innerhalb eines Abfallstroms recyceln lassen, werden bevorzugt. Dies wird auch als Monomaterialverpackung bzw. Einstoffverpackung bezeichnet: Eine Verpackung, die bspw. vollst√§ndig aus Papier und Pappe besteht, kann einfach sortiert und zu einem neuen Papierprodukt verarbeitet werden. So l√§sst sich der Rohstoffkreislauf leicht(er) schlie√üen. Papier ist in dieser Hinsicht hervorragend, wie seine hohe Recyclingquote in Europa beweist (ca. 85 % in Deutschland und ca. 89% in √Ėsterreich). RAJA bietet eine riesige Bandbreite an Produkte an, die vollst√§ndig aus Papier, Karton oder PET bestehen. Damit verbessern wir die kurzfristige Kreislauff√§higkeit der meisten Verpackungen. Diese Verpackungen sind das Ergebnis st√§ndiger Innovation und einer engen Abstimmung mit unseren Lieferanten. F√ľr fast jede traditionelle Verpackung k√∂nnen wir heute schon eine Alternative aus Papier oder recyceltem Plastik anbieten:

2. Wählen Sie recycelte Materialien

Anforderung des PPWR: Ab dem 1. Januar 2030 m√ľssen alle Verpackungen neue Recycling-Grenzwerte erf√ľllen. Wie hoch diese Schwellenwerte genau sind, h√§ngt von der Art der Verpackung ab. F√ľr Kunststoff bedeutet dies zum Beispiel, dass jede Verpackung einen Mindestanteil an Post-Consumer-Rezyklaten enthalten muss. Dabei handelt es sich um Kunststoff, der aus recycelten Haushaltsabf√§llen gewonnen wird. Bei der Auswahl von Kunststoffverpackungen ersetzt RAJA zunehmend reines Neumaterial durch recyceltes Material. Insgesamt handelt es sich bereits um rund 500 Kunststoffprodukte, von T√ľten √ľber Luftpolsterfolie bis hin zu Luftkissen. Unser Ziel ist es, die Nachfrage nach diesem Rohstoff durch einen hohen Anteil an recyceltem Kunststoff in unseren Produkten zu steigern. Eine h√∂here Nachfrage nach recyceltem Kunststoff erh√∂ht auch den Anreiz, Kunststoff wirklich gut zu sortieren. Damit sind wir dem gesetzlichen Rahmen, der jetzt gilt, um viele Jahre voraus.

Bei RAJA entscheiden wir uns bewusst f√ľr recyceltes Plastik, das v√∂llig transparent ist. Warum eigentlich? Oft sieht man Luftpolsterfolien oder T√ľten, denen der Hersteller einen gr√ľnen Farbstoff beigef√ľgt hat. Dieses gr√ľne Aussehen macht den Verbrauchern deutlich, dass der Kunststoff ganz (oder teilweise) aus recyceltem Material hergestellt ist. Der Nachteil dabei ist, dass der Kunststoff sp√§ter schwieriger wieder zu recyceln ist. Der gr√ľne Farbstoff ‚Äěverschmutzt‚Äú n√§mlich den Prozess. Wenn Sie also umweltbewusst sind, sollten Sie immer Verpackungen aus recyceltem Kunststoff w√§hlen, die vollst√§ndig transparent sind.

Ebenso wichtig in dieser Geschichte sind unsere Produkte aus Recyclingpapier und -karton. Praktisch jeder Faltkarton aus Wellpappe von RAJA enth√§lt einen hohen Anteil an recyceltem Material (im Durchschnitt 70 %). Bei der Auswahl neuer Produkte ist dieser Recyclinganteil f√ľr uns immer ein wichtiger Faktor. Auf diese Weise nehmen wir schon heute die Anforderungen von morgen vorweg. Au√üerdem lassen sich Verpackungsmaterialien aus Papier nach dem Gebrauch leicht sortieren. Wussten Sie √ľbrigens, dass Karton bis zu 10 Mal recycelt werden kann? Wenn die Kartons einmal abgeschrieben sind, k√∂nnen sie leicht zu z. B. Toilettenpapier oder Zeitungspapier verarbeitet werden.

3. Vermeiden Sie unnötigen Verpackungsraum

Forderung des PPWR: Zu gro√üe Verpackungen ad√©! Das Europ√§ische Verpackungsgesetz verlangt, Gewicht und Volumen einer Verpackung auf ein Minimum zu beschr√§nken – ohne die Sicherheit und Funktionalit√§t der Verpackung zu beeintr√§chtigen. Mit anderen Worten: Es d√ľrfen keine Verpackungen mit unn√∂tigen Zwischenr√§umen, wie z. B. doppelten W√§nden oder doppelten B√∂den, vermarktet werden, um ein gr√∂√üeres Produktvolumen vorzut√§uschen. Nach der Einf√ľhrung des Gesetzentwurfs werden maximal 40 Prozent leerer Verpackungsraum f√ľr Sammelverpackungen oder E-Commerce-Verpackungen erlaubt sein.

Unter dem Motto „Jedes Produkt verdient eine ma√ügeschneiderte Verpackung“ kann man bei RAJA aus einem Sortiment von 1.250 Kartongr√∂√üen¬†und 1.300 Beutelgr√∂√üen w√§hlen. So gibt es f√ľr jede Art von Produkt eine perfekt passende Verpackung. Das Ergebnis? Weniger leerer Verpackungsraum und weniger √ľbersch√ľssiges Polstermaterial. RAJA bef√ľrwortet auch die Verwendung von Versandtaschen¬†als Ersatz f√ľr einen Karton. Polsterumschl√§ge¬†bieten einen guten Schutz f√ľr empfindliche Produkte und sind viel kompakter als Kartons. Sie sparen also sowohl Verpackungsmaterial als auch Transportkosten¬†(= je kompakter Sie verpacken, desto weniger Transportvolumen beanspruchen Sie).

Sollten Sie doch einen Karton benötigen bzw. bevorzugen, können Sie einen höhenvariablen Karton wählen. Oder Sie finden die Verpackung, die perfekt zu Ihrem Produkt passt:

4. Verpackungen f√ľr den E-Commerce h√§ufiger wiederverwenden und wiederbef√ľllen

Forderung des PPWR: Neben dem Recycling spielen die Wiederverwendung und Wiederbef√ľllung von Verpackungen eine wichtige Rolle. Der Gesetzentwurf enth√§lt klare Vorgaben f√ľr die Gestaltung von Mehrwegverpackungen und die H√§ufigkeit ihrer Wiederverwendung. Nach dem Europ√§ischen Verpackungsgesetz m√ľssen ab 2030 10 % der Verpackungen im E-Commerce (Non-Food) wiederverwendbar sein. Bis 2040 soll dieser Anteil sogar auf 50 % aller Verpackungen erh√∂ht werden. Das bedeutet, dass wir als Unternehmen nach einem neuen Weg suchen m√ľssen, um mit Verpackungen umzugehen…¬†Um die Wiederverwendbarkeit von Verpackungen zu gew√§hrleisten, m√ľssen wir in der Lage sein, die R√ľckf√ľhrungslogistik in ausreichendem Umfang anzupassen. Die Branche arbeitet hinter den Kulissen hart daran, diesen blinden Fleck auf der Landkarte zu f√ľllen. Unter anderem durch den Green Deal m√∂chte RAJA einer der ersten Akteure sein, der sich an diesem Projekt beteiligt.

RAJA arbeitet aktiv an neuen L√∂sungen, um Verpackungen auf den Markt zu bringen, die ausreichend stabil, leicht biegsam und kompakt sind, um zur√ľckgegeben zu werden. Vorzugsweise ist diese Art von Verpackung auch erneuerbar und recycelbar. Unser besonderes Augenmerk gilt dabei den Innovationen aus Karton.

Dank all dieser Anstrengungen k√∂nnen wir bei RAJA daf√ľr sorgen, dass in der gesamten Produktions- und Nutzungskette viel weniger reine Rohstoffe ben√∂tigt werden und die Menge an nicht wiederverwertbarem Verpackungsm√ľll deutlich reduziert wird. Damit leisten wir unseren Beitrag zu einer Kreislaufwirtschaft und reduzieren gemeinsam mit unseren Kunden den Druck auf den Gesamtrohstoffverbrauch.

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