Sauberkeit Büro und Lager

Tipps für Hygiene am Arbeitsplatz

11 min lesen 12 September 2024
Überall wimmelt es nur so vor unsichtbaren Keimen, Bakterien und Viren – und das nicht erst seit Covid-19 unser Leben auf den Kopf gestellt hat. Viele davon sind harmlos und sogar wichtig für unsere Gesundheit. Dann gibt es aber noch solche Bakterien, Keime und Viren, die für uns gefährlich werden können und uns krank machen.
Besonders dort, wo viele Menschen zusammenkommen und in kurzer Zeit dieselben Gegenstände oder Oberflächen berühren, ist das Risiko einer Ansteckung besonders hoch. Beim Einkaufen, in Bus und Bahn, in Arztpraxen…  und, ganz ganz entscheidend für den Gesundheitsschutz: Hygiene am Arbeitsplatz!

Hygiene am Arbeitsplatz: Wo stehen wir?

Aktuelle Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 Atemwegsinfekte wie Erkältungen und Grippe 24 % der Fehltage ausmachten. Diese Zahl verdeutlicht, dass Infektionskrankheiten weiterhin eine erhebliche Belastung für die Arbeitswelt darstellen. Durch einige, einfache Grundregeln zur Hygiene lässt sich die Ansteckungsgefahr aber reduzieren. Dazu gehören die sogenannte „Husten- und Niesetikette“, regelmäßiges Lüften und, natürlich, eine konsequente Handhygiene. Weiß ja jeder. Oder?

Eine beispielhafte, internationale Befragung (YouGov survey) zur Hygiene am Arbeitsplatz ergab: Längst nicht jeder wäscht sich nach dem Toilettengang die Hände. Und: Die Krawatte wird ein Jahr oder länger nicht gewaschen. Wir weigern uns, das so zu glauben. Doch Fakt ist: Bei der Hygiene im Büro oder im Lager gibt es tatsächlich noch Verbesserungsbedarf. Oder desinfizieren Sie regelmäßig Gegenstände wie Maus, Tastatur oder Fahrstuhlknopf, die vor Keimen nur so strotzen?

Hygiene am Arbeitsplatz – Rechtliche Anforderungen & Vorschriften

Unternehmen bewegen sich beim Thema Arbeitsplatzhygiene nicht im freiwilligen Raum, sondern innerhalb klar definierter regulatorischer Leitplanken. Nationale Gesetze und europäische Richtlinien geben Mindeststandards vor, die zwingend einzuhalten sind. Wer diese Anforderungen ignoriert, riskiert nicht nur gesundheitliche Folgen für die Belegschaft, sondern auch rechtliche Sanktionen und Reputationsschäden.

Unternehmen sind also nicht nur moralisch, sondern auch regulatorisch verpflichtet, ein hygienisch einwandfreies Arbeitsumfeld sicherzustellen. Relevante Vorschriften ergeben sich unter anderem aus dem Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung sowie branchenspezifischen Hygienerichtlinien. Diese Vorgaben definieren Mindeststandards für Sauberkeit, Desinfektion und den Umgang mit potenziellen Infektionsquellen. Insbesondere in gemeinsam genutzten Bereichen wie Sanitäranlagen, Küchen oder Meetingräumen müssen klare Reinigungsintervalle und Verantwortlichkeiten festgelegt werden. Darüber hinaus wird von Arbeitgebern erwartet, geeignete Mittel wie Desinfektionsspender, Reinigungspläne und Schulungen bereitzustellen.

Arbeitsschutz: Hygienevorgaben


Im Kontext des Arbeitsschutzes sind Hygienevorgaben ein zentraler Bestandteil der Präventionsstrategie. Ziel ist es, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren systematisch zu reduzieren oder idealerweise ganz zu eliminieren. Dazu zählen Maßnahmen wie regelmäßige Reinigung, Bereitstellung von Hygieneartikeln und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für hygienisches Verhalten.

DGUV Hygiene Vorschriften


Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) konkretisiert viele allgemeine Vorgaben durch praxisnahe Regeln und Empfehlungen. Diese bieten Unternehmen eine operative Orientierung, wie Hygiene im Arbeitsalltag effizient umgesetzt werden kann. Insbesondere in risikobehafteten Bereichen schaffen DGUV-Vorschriften eine belastbare Grundlage für standardisierte Prozesse.

Hygiene am Arbeitsplatz gesetzliche Regelungen


Gesetzliche Regelungen zur Hygiene am Arbeitsplatz sind in verschiedenen Normen verankert, etwa in der Arbeitsstättenverordnung oder im Infektionsschutzgesetz. Diese definieren unter anderem Anforderungen an Sanitärbereiche, Raumhygiene und Lüftungskonzepte. Entscheidend ist dabei nicht nur die Existenz von Maßnahmen, sondern deren konsequente und dokumentierte Umsetzung.

Pflichten des Arbeitgebers zur Arbeitsplatzhygiene


Arbeitgeber tragen die Hauptverantwortung für die Einhaltung hygienischer Standards im Betrieb. Dazu gehört die Bereitstellung geeigneter Infrastruktur, wie Waschgelegenheiten, Desinfektionsmittel und Reinigungspläne. Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass Mitarbeitende geschult werden und die definierten Maßnahmen auch tatsächlich eingehalten werden.

Hygienevorschriften für Arbeitnehmer

Auch Mitarbeitende stehen in der Pflicht, grundlegende Hygieneregeln konsequent einzuhalten, um Risiken zu minimieren. Eine lückenhafte Umsetzung dieser Vorschriften kann nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen, etwa durch erhöhte Fehlzeiten oder Produktivitätsverluste. Vor diesem Hintergrund ist Hygiene am Arbeitsplatz kein „Nice-to-have“, sondern ein integraler Bestandteil eines funktionierenden Risikomanagements. Unternehmen, die hier proaktiv agieren, sichern sich nicht nur Compliance, sondern stärken auch nachhaltig ihre Arbeitgeberattraktivität.

Hygienekonzept Arbeitsplatz erstellen


Ein strukturiertes Hygienekonzept ist das operative Rückgrat jeder nachhaltigen Hygienestrategie. Es definiert klare Prozesse, Zuständigkeiten und Reinigungsintervalle und sorgt so für Transparenz und Verlässlichkeit. Unternehmen, die hier systematisch vorgehen, reduzieren nicht nur Risiken, sondern schaffen auch eine belastbare Grundlage für Audits und interne Qualitätsstandards.

Warum ist Hygiene am Arbeitsplatz so wichtig?

Mangelnde Hygiene trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weniger wohl fühlen. Neben dem psychischen Wohlbefinden (interessant hierzu: planet wissen: Was bei Ekel im Körper passiert) macht mangelnde Hygiene am Arbeitsplatz auch schlichtweg krank und führt zu höherem Krankenstand.

Aus Unternehmenssicht ist das Thema Hygiene am Arbeitsplatz also schon aus eigenem Interesse wichtig. Aber auch Mitarbeiter selbst sollten den Anspruch haben, sich und ihre Kollegen vor Grippe, Magen-Darm-Infekt & Co. zu schützen.

Das Putz-Portal Helpling hat die zehn größten Keimherde im Büro identifiziert. Noch vor Tastatur und dem gemeinsam genutzten Drucker und Kopierer stehen da auf Platz 1 und 2: Der Wasserhahn und die Kaffeemaschine. Also auf den Kaffee verzichten? Keine Option! Aber wer „den Feind“ kennt, kann Strategien entwickeln!

Mit etwas Vorsicht können Sie Mikroorganismen also in Schach halten und so dafür sorgen, dass sich Krankheitserreger nicht unnötig weiter verbreiten.

Hygieneregeln im Büro

Natürlich ist Selbstschutz immer am effektivsten. Häufiges und richtiges Händewaschen mit Flüssigseife oder Handwaschschaum (Achtung, durchhalten: erst nach 20-30 Sekunden lösen sich die Krankheitserreger von der Haut!) zählt zu den sichersten Wegen, eine Ansteckung zu vermeiden. Das anschließende Abtrocknen mit Papierhandtüchern aus dem Papierhandtuch-Spender gehört genauso dazu wie der Trick danach: Nehmen Sie eines der Papierhandtücher zum Öffnen der Türe – so müssen sie den Türgriff nicht berühren, falls die Kollegen vor Ihnen nicht ganz so gewissenhaft gewesen sein sollten.

Was gehört alles zur Hygiene am Arbeitsplatz?

Die tägliche Büroreinigung umfasst das Staubwischen von Oberflächen, die Reinigung von Böden (saugen oder wischen) und das Leeren der Mülleimer. Besonders wichtig ist auch die Reinigung von gemeinsam genutzten Geräten und Sanitärbereichen, um eine Ausbreitung von Bakterien und Viren zu verhindern. In stark frequentierten Büros sollten auch Türklinken, Lichtschalter und andere häufig berührte Oberflächen täglich desinfiziert werden. In Pausenräumen und Küchen sollten zusätzlich Arbeitsflächen, Geräte und Spülbecken gereinigt werden.

Hygiene am Arbeitsplatz umfasst grundsätzlich alle Flächen die von den Mitarbeitern genutzt werden. Besonders an Stellen, die täglich mehrere Personen berühren, empfiehlt sich eine tägliche Reinigung. Achten Sie unbedingt darauf, dass die verwendeten Reinigungsprodukte den zu reinigenden Oberflächen in der täglichen Anwendung nicht schaden! Für Türgriffe, Bedienfelder vom Kopierer oder der Stempeluhr können auch zusätzlich Produkte wie antimikrobielle Etiketten eine interessante Lösung sein: Mindestens ein Jahr lang bieten sie Schutz vor 99,9 % aller Viren und Bakterien.

Konkret: Tipps zur Verbesserung der Arbeitsplatzhygiene

Schreibtisch richtig reinigen

Der Schreibtisch gehört zu den am häufigsten genutzten Arbeitsflächen und sollte entsprechend regelmäßig gereinigt werden. Dabei ist nicht nur sichtbarer Schmutz relevant, sondern insbesondere mikrobiologische Belastungen. Eine Kombination aus geeigneten Reinigungsmitteln und klaren Routinen ist hier entscheidend.

PC-Tastatur hygienisch reinigen

Tastaturen zählen nachweislich zu den größten Keimträgern im Büroalltag. Eine hygienische Reinigung sollte daher in festen Intervallen erfolgen, idealerweise mit speziell geeigneten Desinfektionsmitteln. Unternehmen unterschätzen häufig diesen Punkt – mit potenziellen Auswirkungen auf die Infektionsdynamik.

Büro sauber halten Tipps

Ein dauerhaft sauberes Büro erfordert mehr als punktuelle Reinigungsaktionen. Es braucht klare Regeln, regelmäßige Kontrollen und eine entsprechende Unternehmenskultur. Nur wenn Sauberkeit als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden wird, lassen sich nachhaltige Effekte erzielen.

Wie oft Arbeitsplatz reinigen?

Die optimale Reinigungsfrequenz hängt stark von Nutzung und Personenfrequenz ab. Hochfrequentierte Flächen sollten idealerweise täglich gereinigt werden, während individuelle Arbeitsplätze in geringerer Frequenz ausreichen können. Pauschale Lösungen greifen hier zu kurz – eine differenzierte Betrachtung ist notwendig.

Desinfektion im Büro sinnvoll?

Desinfektion ist kein Selbstzweck, sondern sollte gezielt dort eingesetzt werden, wo ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Eine übermäßige Nutzung kann kontraproduktiv sein und Ressourcen binden. Entscheidend ist ein risikobasierter Ansatz, der Reinigung und Desinfektion sinnvoll kombiniert.

Checkliste für die tägliche Büro-Reinigung

Um Ihnen die Arbeit etwas zu erleichtern, haben wir ein paar To Do’s, die Sie mit einer einigermaßen großen Frequenz täglich abarbeiten sollten:

  • Oberflächenreinigung und Pflege der Oberflächen (Schreibtisch, Regale…)
  • Bodenbeläge reinigen, Teppiche saugen
  • Abfallbeseitigung
  • Reinigung der Sanitärräume und das Auffüllen an Verbrauchsmaterial wie Toilettenpapier, Seife, Desinfektionsmittel und Einmal-Handtücher
  • Küchenreinigung (Kühlschrankinhalt überprüfen, Reinigung von Kaffeemaschine und Wasserkocher sowie Mikrowelle + Backofen)
  • Reinigung des Empfangsbereichs
  • Reinigung von Aufzug (Bedienflächen!) und Treppenhaus (an den Handlauf denken)
  • Lüften!
  • Reinigung des eigenen Schreibtischs (ca. 1x in der Woche)

Welche Reinigungsprodukte braucht man wirklich?

Für eine gründliche Reinigung im Büro sind folgende Produkte notwendig:

Die richtige Hygiene im Lager

Für die richtige Hygiene am Arbeitsplatz spielt natürlich, neben den genannten Maßnahmen fürs Büro, auch die richtige Hygiene in Produktion und Lager eine Rolle.

Denn die im Lager und am Packtisch vorherrschenden Hygienebedingungen haben nicht nur Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter, sie prägen auch maßgeblich das Bild, das Ihre Kunden von Ihrem Unternehmen und Ihrer Ware haben werden. Staub, Verschmutzungen, Feuchtigkeit, zu viel oder auch zu wenig Licht: Die Bedingungen, unter denen Ihr Produkt gelagert und verpackt wurden, kann man ihm ansehen!

So halten Sie Ihr Lager sauber

Staub schadet Sensoren, Fördertechnik und Maschinen. Damit überhaupt erst kein bzw. wenig Schmutz in die Innenräume gelangt, gibt es ein absolut einfaches sowie effektives Mittel für mehr Sauberkeit in Ihren Lagerräumen: Die Fußmatte!

Denn: 80% der Innenraumverschmutzung wird buchstäblich „zu Fuß“ hereingetragen. Ein großer Prozentsatz an Schmutz wird beim Überqueren der Fußmatten direkt beim Betreten der Räume „abgefangen“. Abhängig von ihrem Bestimmungsort (Außen- oder Innenbereich) bieten wir Ihnen verschiedene Ausführungen an Schmutzfangmatten an. Fußmatten aus Gummiwaben  beispielsweise sind witterungsbeständig und leicht zu reinigen, bieten darüber hinaus sicheren Halt und dämpfen Trittschall sowie Erschütterungen.

Eine Auswahl weiterer Fußmatten finden Sie bei uns im Webshop: Schmutzfangmatten.

Unabdingbar: Die Fußbodenreinigung

Aber selbst die effektivste Fußmatte erspart Ihnen nicht die regelmäßige Reinigung der Lagerräume. Abhängig von der Größe des Lagerraums kann hier vom Besen über den Industrie-Staubsauger bis hin zu handgeführten Reinigungsmaschinen, Reinigungsmaschinen mit eigenem Fahrantrieb und sogar Aufsitzmaschinen alles in Frage kommen.

Industriestaubsauger wie z.B. der Trockensauger von KÄRCHER oder NUMATIC unterscheiden sich vor allem durch das Fassungsvermögen des Auffangbehälters und der Lautstärke. Vergleichen Sie darüber hinaus die verbauten bzw. austauschbaren Filter (z.B. HEPA 14), die Handhabung und das Gewicht sowie die Kabellänge.

Achtung: So praktisch Kehrmaschinen für das Reinigen größerer Flächen sind: Herumliegende (Umreifungs-) Bänder und Folienreste bekommen ihnen nicht. Diese sollten vorab von Hand entfernt werden.

Reinigungswagen fürs Lager

Super effizient für die Reinigung größerer Bereiche und Flächen sind auch sogenannte Reinigungswagen oder Wartungswagen. Sie ermöglichen es, alle Reinigungsgeräte (Reiniger, Bürsten, Besen, Lappen, Mopps, Dosen, Eimer usw.) zu organisieren und leicht im Lager zu bewegen. Vom einfachsten, mit dem Sie einen Eimer, einen Mopp und einige Produkte transportieren können, bis hin zum am besten ausgestatteten mit integriertem Mülleimer wählen Sie denjenigen, der Sie bei der Pflege aller Oberflächen Ihrer Räumlichkeiten begleitet.

Hygiene am Arbeitsplatz muss nicht kompliziert sein!

Sie sehen: Die richtige Hygiene am Arbeitsplatz muss nicht kompliziert sein. Mit den richtigen Tipps, Tricks und Tools gelingt das sogar ganz leicht. So sind Sie und Ihre Kollegen bei der Arbeit vor gefährlichen Viren, Keimen und Bakterien bestens geschützt!

Kommentare (3)
  1. Hygiene am Arbeitsplatz wird oft erst dann zum Thema, wenn es zu spät ist und die halbe Belegschaft krank ist. Besonders in offenen Büros oder Lagerhallen, wo viele Menschen täglich dieselben Flächen berühren, sollte Reinigung nicht nur sporadisch erfolgen.
    Gerade in Bereichen mit hoher Besucherfrequenz helfen professionelle Dienstleister dabei, langfristig für ein hygienisches Umfeld zu sorgen. Eine konsequente Reinigung spart am Ende nicht nur Zeit, sondern auch Krankheitsausfälle.

  2. Vielen Dank für diese Tipps für die Büroreinigung. Es ist ein guter Hinweis, auch die Reinigung der Aufzüge nicht zu vernachlässigen. Ich möchte meine Büroräume besser pflegen und habe hier nach Tipps gesucht.

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert





 

Kategorien