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Spanngurt zweiteilg

Ladungssicherung mit Spanngurt

Verlorene Ladung und verlorene Autoteile – tagtäglich wird in den Verkehrsnachrichten vor solchen Gefahrenstellen auf deutschen Autobahnen gewarnt. Laut der Internetseite rp-online.de liegen hierbei die nicht näher beschriebenen „Gegenstände“ ganz vorn: Mit 13,8% machen sie den Löwenanteil der verlorenen Gegenstände aus. Dichtauf folgen Personen (13,5%), Reifenteile (9,4%), Metallteile und Fahrzeugteile wie Auspuff oder Stoßstange.

Natürlich gibt es auch kuriose Meldungen, wie der verlorene Strandkorb, Kühlschränke und Weihnachtsbäume. Solche Meldungen hängen meist zusammen mit der auf rp-online aufgeführten Nummer 4:

Der Spanngurt!

Spanngurte (auch Zurrgurte genannt) gehen mit 3,5%  am vierthäufigsten verloren. Kein Wunder: Jeden Tag sind innerhalb deutscher Straßen (Binnenverkehr) 238 Millionen Tonnen Waren unterwegs, dazu kommen noch einmal 46 Millionen Tonnen Ware als grenzüberschreitender Versand und 61 Millionen Tonnen Ware an grenzüberschreitendem Empfang. All diese Waren müssen gesichert werden, im Stückguttransporter ganz genauso wie im Kleintransporter und im Anhänger. Und das scheint nicht selten schief zu gehen…

Die richtige Ladungssicherung mit Zurrgurt

Neben Überprüfen auf technische Mängel und dem Einhalten von Lenk- und Ruhezeiten kontrolliert die Autobahnpolizei auch die korrekte Ladungssicherung. Paragraph 22 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung beschreibt ganz allgemein, dass die Ladung […] so zu verstauen und zu sichern [ist], dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen [kann]. Dies hat, so heißt es weiter, nach den anerkannten Regeln der Technik zu geschehen.

Ladungssicherung hat sich verändert. Aber hat sie sich auch verbessert?

Ja. In den letzten 10 Jahren ist in punkto Ladungssicherung einiges geschehen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Materialien und verbesserte Technik, aber auch die Aus- und Fortbildungsverordnung für Berufskraftfahrer sorgen dafür, dass Ware besser gesichert wird. Nicht selten unterschätzen aber gerade diejenigen, für die das Transportieren von Ware nicht ganz alltäglich ist, die auf die Ladung einwirkenden Kräfte: Private Kleinsttransporter, der Anhänger mit Grünschnitt vom örtlichen Gärtnereiunternehmen, der Transporter des Handwerkunternehmens. Und deren Spanngurte liegen dann auf den Autobahnen.

Welche Arten von Spanngurten gibt es?

In der Handhabung wird im Wesentlichen unterschieden zwischen zwei Typen:

  • Einteiliger Spanngurt: Wird ganz überwiegend zum Bündeln oder Umreifen, weniger zur Ladungsicherung im Straßenverkehr verwendet. Ein Ende des Gurtes ist fest mit dem Verschlusselement verbunden. Das lose Ende wird durch das Verschlusselement geführt, festgezurrt und fixiert. Häufig wird diese Art von Spanngurt zum Sichern der Ware auf einem Ladungsträger (Palette, Rollwagen…) beim innerbetrieblichen Transport verwendet.
  • Zweiteiliger Spanngurt: Mit dem zweiteiligen Spann- oder Zurrgurt kann Ladung durch Niederzurren und Schräg- bzw. Diagonalzurren gesichert werden. Die 2-teilige Kombination besteht aus einem Gurtband mit Haken und einem Gurtband mit Haken und Verschlusselement. Diese Variante ist mit rund 90% die gängigste im deutschen (Berufs-) Warenverkehr.

Welche Rolle spielen beim Spanngurt Material und Verschlusselement?

In den seltensten Fällen ist das Material des Gurtes der Grund dafür, dass sich die Ladung selbstständig macht. Neben den Spanngurten aus Baumwolle (besonders weich und oberflächenschonend, aber nur belastbar bis rund 235 kg) ist der ganz überwiegende Teil der verwendeten Spanngurte aus Chemiefasern und somit äußerst belastbar. Mit einer Reißfestigkeit von bis zu 6500 Kilogramm gelten beispielsweise Spanngurte aus Polyester als besonders witterungsbeständig und reißfest.

Natürlich setzen scharfe Kanten – in Kombination mit großen Kräften-  den Zurrgurten über kurz oder lang zu. Die häufigste Schwachstelle ist jedoch, neben falscher Handhabung, das Spann- bzw. Verschlusselement. Dabei werden wieder zwei wesentliche Arten unterschieden:

  • Kurzhebelratschen (auch Standardratsche oder Druckratsche): Mit einer Hebellänge von etwa 22 cm können eher geringe Vorspannkräfte von 200 bis 350 daN erreicht werden – auch wenn der Spanngurt selber zu „mehr“ in der Lage wäre…
  • Langhebelratschen (Zugratschen): Dank der Hebellänge von zirka 33 cm lässt sich eine deutlich größere Vorspannkraft von bis 500 daN erreichen. Der große Vorteil: Mit nur einem Spanngurt mit Langhebelratsche lässt sich das gleiche Ladungsgewicht sichern, für das zwei Spanngurte mit Kurzhebelratsche benötigt werden – eine klare Arbeitszeitersparnis.

Was das Etikett am Spanngurt aussagt und wann ein Spanngurt ablegereif ist… lesen Sie HIER.