HACCP – Von der NASA zum Hygienemanagement

3 min lesen 02 Februar 2019
Bestimmt kennen Sie das auch: Diese tollen „Hochglanz“-Werbespots im Fernsehen, bei denen es voller Reinheit nur so funkelt oder die Wäsche weißer ist als Weiß! Das erinnert manchmal schon nahezu an Science-Fiction – doch was genau hat denn die NASA tatsächlich mit Hygiene und Sauberkeit zu tun? In der Tat einiges, denn ihr verdanken wir das weltweit gebräuchliche HACCP-Konzept!

Was ist HACCP?

HACCP steht für Hazard Analysis and Critical Control Points und bedeutet übersetzt so viel wie Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte. Die Prinzipien des HACCPs sind darauf ausgerichtet, Gefahren wie Erkrankungen oder Verletzungen, die im Zusammenhang mit Lebensmitteln stehen, zu vermeiden. Sie stellen für Lebensmittelunternehmen wichtige Leitlinien der Hygienepraxis dar und dienen somit als hilfreiches Instrument zum Erreichen eines höheren Lebensmittelsicherheitsstandards.

Ihren Ursprung hat dieses Konzept jedoch tatsächlich in der Raumfahrt! Denn 1959 beauftragte die NASA ein Unternehmen mit der Entwicklung einer weltraumtauglichen Astronautennahrung, die durchweg sicher sein sollte. Daraus entstand ein Präventivkonzept, welches seit 1971 als HACCP-Konzept weltweit Anwendung findet.

HACCP in der Praxis

Ob in der deutschen Lebensmittelhygiene-Verordnung oder in Verordnungen der Europäischen Gemeinschaft, das HACCP-Konzept ist im allgemeinen Recht mittlerweile fest verankert. So ist z.B. für jeden, der Lebensmittel behandelt oder in Verkehr bringt, die Einrichtung eines HACCP-Konzeptes mittlerweile Pflicht und muss durch Dokumente und Aufzeichnungen im Betrieb schriftlich belegt werden. Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass die Entstehung von gesundheitlichen Gefahren vermieden wird. Krankheitserregende Keime können beispielsweise eine solche Gefahr darstellen. Sie können bei der Herstellung oder Zubereitung von Lebensmitteln entstehen (z. B. falsche Lagertemperaturen von Fleisch). Aber auch bei der Entsorgung von Essensresten sowie der entsprechenden Müllbeseitigung ist Vorsicht geboten.

Mülltrennung nach HACCP

An dieser Stelle können die richtigen Abfallbehälter ihren Beitrag zur Einhaltung der HACCP-Richtlinien leisten: Ein effizientes Mülltrennungssystem, in dem beispielsweise Plastik, Dosen, Papier, Glas, Bio- und Restmüll strikt voneinander getrennt gesammelt werden, erleichtert nicht nur das Recycling, sondern hilft auch bei der Einhaltung gängiger Hygienevorschriften. Am einfachsten funktioniert die Mülltrennung über Mülleimer, die durch verschiedene Deckelfarben wie Grau, Blau, Gelb oder Grün gekennzeichnet sind. Das macht das Sortieren einfach und die Entsorgung sauber!

Besonders hygienisch sind hierbei Tretmülleimer: Ein Deckel verschließt das Abfallgefäß, welches man ohne die Hände zu benutzen durch das Betätigen eines Fußhebels öffnen kann. Mit diesem integrierten Tretmechanismus wird gemäß den HACCP-Richtlinien jeglicher Kontakt zu Müll oder Deckel vermieden. Praktisch ist, dass solche Treteimer nahezu überall eingesetzt werden können: In Lagern, Großküchen, Kantinen, Laboren, Produktionsstätten, Hotels, Restaurants oder Krankenhäusern – und wer weiß, vielleicht auch bei der NASA.

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Kommentare (2)
    • Das kann man so pauschal nicht beantworten, das kommt immer auf die Verpackung an. Entscheidend bei dem HACCP Standard ist dass die Integrität und Sicherheit von Lebensmitteln durch die Verpackung bewahrt wird. Die Verpackung muss also für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet sein und darf vor allem keine schädlichen oder unerwünschten Stoffe an die darin verpackten Lebensmittel abgeben. Das sagt noch nichts über die Recyclingfähigkeit aus. Diese Thematik ist nicht das entscheidende Kriterium bei der HACCP Zertifizierung. Es schließt sich jedoch nicht aus, weswegen es sicher auch Recyclingfähige Verpackungen mit HACCP Zertifizierung gibt.

      Ich hoffe damit ist ihre Frage beantwortet

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