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Wie verpacke ich mein Fahrrad sicher?

5min lesen10/08/2020
Die Deutschen sind ein reisefreudiges Völkchen. 2018 setzten sie eine neue Bestmarke. Noch nie packten so viele Bundesbürger ihre Koffer wie im vergangenen Jahr. Laut der Tourismusanalyse 2019 begaben sich fast zwei Drittel aller Bundesbürger auf Reisen. Und in immer stärkerem Maße genießen sie die „schönste Zeit des Jahres“ im Sattel eines Fahrrades. Da dieses Jahr eine Fernreise für viele nicht in Frage kommt, werden Urlaubsziele im eigenen Land entdeckt, mit größter Vorliebe auch mit dem Fahrrad. Doch wie das Fahrrad verpacken damit es sicher von A nach B kommt?

Radtourismus boomt in Deutschland

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) vermeldet für 2018 ein Plus von 27 Prozent an Radreisenden gegenüber dem Vorjahr. Ein weiterer Trend trägt dazu seinen Teil bei: Die Zahl der E-Bikes legte ebenfalls kräftig zu. Rund ein Viertel der Radurlaubenden nutzt gerne die technische Unterstützung. Zwölf Monate zuvor waren es lediglich 18 Prozent.
Unabhängig davon, ob die Reisenden auf reine Muskelkraft setzen oder mit E-Hilfe in die Pedale treten, eine Herausforderung haben beide zu bewältigen: Wie transportiert man nun sein Fahrrad von zuhause an den Urlaubsort? Wie sollte man das Fahrrad verpacken?

Wie verpacke ich mein Fahrrad sicher?

Die Antwort auf die Frage nach der besten Form der Verpackung für ein Fahrrad kann lauten: in dem man einen Fernseher auf den Karton druckt. Das jedenfalls ist die Erfahrung des niederländischen Fahrradunternehmens Vanmoof. Das verkauft seine Zweiräder auch in die USA. Ein Verlustgeschäft, denn häufig kamen die Räder beschädigt beim Kunden an. Die Lösung: „Lasst uns einen Fernseher auf die Verpackung drucken.“ Gesagt, getan und siehe da – die Reklamationen gingen um 80 Prozent zurück. Die Erklärung: In den Vereinigten Staaten genießt ein Großfernseher einen höheren Stellenwert als ein Fahrrad, entsprechend sorgfältiger gehen die Paketboten bei der Auslieferung vor.

Das Fahrrad für den Transport aus der Hand geben? Fällt schwer!
Hier ein paar Tipps, wie es die „Trennung“ gut übersteht…

Grundregeln beim Transport

Das mag ein Extremfall sein, dennoch lohnt es sich, das Thema Transport und Verpackung mit der nötigen Sorgfalt anzugehen. Tasche, Koffer oder Karton – das sind die drei Möglichkeiten, das Fahrrad sicher an den Bestimmungsort zu bringen. Dabei gibt es einige Grundregeln, die zu beachten sind

  • Pedale komplett abschrauben oder nach innen drehen
  • Lenker quer zur Fahrtrichtung stellen
  • Luft aus den Reifen lassen
  • Vorderrad abmontieren
  • Zusatzutensilien wie Trinkflaschen oder GPS-Computer abschrauben
  • Luftpumpe und Werkzeug nicht vergessen, um das Rad wieder in den Originalzustand zu versetzen

Welches Verpackungsmaterial ist zu empfehlen?

Den Rahmen schützt man am besten vor Kratzern durch O-Profile oder U-Profile aus Schaumstoff. Rund vier Meter davon sind dafür vonnöten. Kartonagen oder Styropor dienen als Abstandhalter zwischen Rahmen und abmontiertem Vorderrad. So lässt sich letzteres kratzfrei am Rahmen mit einem Kabelbinder fixieren. Die sonstigen abmontierten Einzelteile dann in Luftpolsterfolie einwickeln. Das gilt ebenso für empfindliche Teile wie Kette und Sattel. In nächsten Schritt lose Teile sowie Kabel mittels einer Hand-Stretchfolie an Lenker beziehungsweise Rahmen befestigen und gegebenenfalls zuvor noch Luftpolsterfolie als Schutz dazwischenschieben. Jetzt ist alles vorbereitet. Nun das verpackte Fahrrad in einen Karton, eine Tasche oder einen Koffer packen. Auch darauf achten, dass nichts rutscht und alles festsitzt. Bei Bedarf etwas nachhelfen mit zusätzlichen Kartonagen, Abstandshaltern und Luftpolsterfolie. Zum Abschluss den Karton noch mit Klebeband verschließen und das passende Hinweisetikett aufbringen.

Eine Alternative? Eher nicht 🙂

Überall gelten andere Regeln

Die Art der Verpackung hängt dabei immer vom Transportmittel ab. Fluggesellschaften haben dabei die strengsten Vorschriften. Die Lufthansa beispielsweise akzeptiert nur Fahrräder, die in einem geeigneten Fahrradkoffer oder einem ähnlichen Behältnis verpackt sind. Bahn und Bus bieten unterschiedliche Transportmöglichkeiten an. Bei beiden besteht die Möglichkeit, das Fahrrad sowohl „unverpackt“ als auch als Sondergepäck aufzugeben. Deshalb immer einige Wochen vor dem Reiseantritt die verschiedenen Möglichkeiten und Angebote studieren und buchen. Nicht vergessen dabei: Beim Transport von E-Bikes gibt es derzeit noch keine festen Regeln.

Was kostet die Mitnahme eines Fahrrads?

Bei der folgenden Kostenübersicht handelt es sich um Standardpreise für die verschiedenen Transportmittel. Die tatsächlichen Preise können von den ausgewiesenen jedoch abweichen. So bieten verschiedene Bundesländer und Verkehrsverbünde spezielle Tarife für den Öffentlichen Personennahverkehr an. Ebenso differieren im Flugverkehr sowohl die Kosten wie die Richtlinien zwischen den Airlines. Gleich, auf welches Transportmittel die Wahl fällt, eines ist ganz wichtig: rechtzeitig informieren.

Bahn – Fernverkehr8 EuroEinfache Fahrt
Bahn – Nahverkehrzw. 0 und 4,50 Euro, je nach BundeslandEinfache Fahrt
Lufthansa national70 EuroEinfacher Flug
Lufthansa – Europa80 EuroEinfacher Flug
Flixbus9 EuroEinfache Fahrt

Top 10 der beliebtesten Fahrradwege

Das Fahrrad ist sicher verpackt, das Transportmittel gewählt – was fehlt, sind noch ein paar Tipps für ereignisreiche Ausfahrten am Urlaubsort. Platz eins in der Beliebtheitsskala nimmt der Weser-Radweg ein. 520 Kilometer ist dieser lang, führt durch vier Bundesländer vom Weserbergland bis zur Nordsee. Die Top 10 der Radwege ermittelt Jahr für Jahr der ADFC. Der verteilt auch Sterne für die jeweiligen Fahrradwege und zeichnete unter anderem Seenland Oder-Spree, Radrevier.Ruhr und Chiemsee-Chiemgau als Rad-Reise-Regionen aus.

 

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