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Olympia-Logistik

Olympia als logistisches Großereignis

Heute starten die 23. Olympischen Winterspiele in  Pyoengchang mit der großen Eröffnungsfeier. Hinter den Kulissen dieses sportlichen Großereignisses ist zu diesem Zeitpunkt schon ein Großteil der Arbeit getan. Denn Olympia ist nicht nur ein sportliches, sondern auch ein logistisches Großereignis. Was wenige wissen, Logistikunternehmen und Transportunternehmen weltweit arbeiten seit vielen Monaten, an der Planung und erzielen damit ähnlich wie die Sportler Höchstleistungen – nur leider ohne Medaillen. Es gilt, für Sportler aus 210 Nationen Kleidung, Sportgeräte, Massageliegen,  medizinisches Gerät und Medikamente, technische Ausstattung wie Laptops und Drucker aber auch Nahrungsmittel je nach nationaler Vorliebe nach Südkorea zu schaffen.

Fast 3.000 Athleten aus 94 Ländern treten bis zum 25. Februar in 15 Disziplinen an, insgesamt werden 103 Goldmedaillen vergeben. Allein aus Deutschland reisen 156 Athleten an. Neben den jeweiligen Sportgeräten der Athleten, etwa Ski und Stöcke, Snowboards, Gewehre für den Biathlon, Schlitten oder Eishockeyschläger muss auch die komplette Ausstattung für die Teams nach Korea in das Olympische Dorf und zu den Sportstätten transportiert werden. Insbesondere die Abwicklung und die Zollabfertigung sind die größte Herausforderung müssen sich die Spediteure doch mit Formalitäten wie der „vorübergehenen Einfuhr von Waren“ auseinandersetzen. Und die Termingerechte Lieferung an die entsprechenden veranstaltungsorte ist unerlässlich.

Der offizielle Partner der deutschen Olympischen und Paralympischen Mannschaft DB Schenker plant diesen Transport bereits über ein Jahr im Voraus. 48 Container gehen per Schiff auf die Reise, 27 Tonnen  werden im Flugzeug transportiert. Insgesamt werden 5000 Kilogramm Kleidung in 390 gepackten Reisetaschen transportiert. Die Kleidung jedes Sportlers besteht aus insgesamt 50 Teilen. Auch sehr kurzfristige Lieferungen müssen erfolgen. Die nordischen Kombinierer beispielsweise hatten ihren letzten Wettkampf am Wochenende vor der Eröffnungsfeier. Ihr Equipment muss also noch sehr kurzfristig in Kisten verpackt und versendet werden. Dabei ist gerade das Verpacken häufig eine Herausforderung, schließlich müssen die Sportgeräte ohne Schäden in Korea ankommen.

Aber auch für das Olympische Dorf werden Unmengen an Kleinteilen transportiert. Laut DB Schenker wurden beispielsweise für die vergangenen Sommerspiele in Rio für das deutsche Team 7.000 Flaschen Riesling, Weißburgunder und Cabernet Sauvignon, 2.140 Flaschen Sekt, neunzig  50-Liter-Bierfässer, 32.500 Gläser (darunter 5.000 Champagner- und 6.000 Weingläser) sowie 100.000 Klappstühle und 250.000 Kleiderbügel in das Olympische Dorf transportiert.

Wenn also heute bei der Eröffnungsfeier das olympische Feuer entzündet wird, ist bereits alles an Ort und Stelle: Mögen die Spiele beginnen!