Feedback
camper-fuer-web

Papier und Karton als Rohstoff: Recycling von Papier

Jedes Jahr wieder spannend: Ein Spaziergang durch das eigene Wohnviertel am Vorabend der ersten Altpapiersammlung. Was unter dem Jahr oft diskret in den großvolumigen, meist blauen Tonnen verschwindet, steht meist kurz nach dem Jahreswechsel wieder neben den Tonnen zur Abholung bereit: Allein die schiere Menge und Größe der Papier- bzw. Kartonabfälle machen diese nachbarschaftliche Spionage möglich. Was gab’s nebenan zu Weihnachten? Der Karton vom neuen Basketballkorb lässt Böses ahnen: Der Nachwuchs wird Abende lang Bälle gegen das Garagentor „üben“. Im Sinne der Nachbarschaft zuträglicher: Der neue Flatscreen-TV oder die neue Spielekonsole. Und wenn der Nachbar außerdem noch die Verpackung eines Weber-Grills und eines Sky-Receivers vorm Haus stehen hat, sollten eventuelle Streitigkeiten rechtzeitig vor der Fußball-EM beigelegt werden.

74% der Papierabfälle werden dem Recycling zugeführt

Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 20 Millionen Tonnen Papier verbraucht.

Angesichts dieser Massen gut zu wissen: In Deutschland werden 74 Prozent aller verbrauchten Papiere wieder eingesammelt und dem Recycling zugeführt. Für 100 Tonnen neuen Papiers setzt die deutsche Papierindustrie also 74 Tonnen Altpapier ein. Deutschland liegt damit weltweit an der Spitze. Mitentsorgt werden dürfen auch Geschenkpapiere: Selbst Glanzpapier ist in der Regel nur einseitig bedruckt und kann recycelt werden. Was nicht hineingehört sind beschichtetes Papier und genaugenommen auch Adressaufkleber. Altpapier wird, je nach Qualität, wie ein Rohstoff gehandelt, mit Preisen zwischen 20 und mehr als 320 Euro pro Tonne. Die Qualitäten werden dabei in fünf Gruppen und sage und schreibe 56 verschiedenen Unterkategorien unterschieden. Geschenkpapier fällt dabei in die untere Kategorie. Zu welchem Preis es gehandelt wird, hängt davon ab, was noch mit in der Tonne liegt und ob der Entsorger bereits Sortierungsschritte unternommen hat.

Doch wie werden Störstoffe aus dem Altpapier gefiltert?

Mithilfe von Rüttelbändern, Siebmaschinen oder Zentrifugen, inbesondere aber mithilfe sogenannter Windsichter (Luftstrom) werden zunächst schwerere Papiere von leichteren Papieren und Fremdstoffen wie Folie getrennt und anschließend zu transportfreundlichen Ballen gepresst.

In der Papierfabrik wird das Papier dann in sogenannten Pulpern eingeweicht und verrührt. Auch dabei werden Fremdstoffe abgeschieden und im sogenannten Deinking-Prozess Farbstoffe abgeschieden. Papierfasern können übrigens bis zu siebenmal recycelt und aufbereitet werden, danach sind sie zu kurz. Es müssen also immer frische Fasern zugefügt werden. Abhängig von der gewünschten Qualität des „neuen“ Papiers wird also dem Fasergemisch immer eine gewisse Menge Holz- oder Zellstoff zugemischt.

Aus Papier kann man also Papier machen – oder aber das:

Wer jetzt seine Kartons und Boxen noch nicht dem Papierkreislauf zugeführt und Lust auf ein bisschen kreative Beschäftigung hat: Hier gibt’s ein paar super Anregungen, was aus alten Kartons und Pappe noch alles werden kann!